Morgenstadt

In der »Morgenstadt Initiative« entwickelt die Fraunhofer-Gesellschaft gemeinsam mit Partnern aus Industrie und Kommunen Lösungen für die nachhaltige Stadt der Zukunft.

Städte sind die Zukunft der Menschheit. Weltweit lebt bereits heute mehr als die Hälfte der Menschen in Städten; in Deutschland sind es sogar 70 Prozent. Sie alle suchen Sicherheit und Wohlstand, Bildung und Vernetzung und den urbanen Lebensstil, kurz: Lebensqualität. Auf begrenztem Raum wollen immer mehr Menschen die Chancen auf ein gutes Leben wahrnehmen. Dabei muss soziale Spaltung vermieden und ein nachhaltiger Umgang mit natürlichen Ressourcen erreicht werden. Somit sind alle Bereiche von Abfall über Energie, Governance, Mobilität bis hin zur Wasserversorgung relevant beim Prozess der nachhaltigen Stadtentwicklung hin zu einer smarten Stadt der Zukunft.

Im Rahmen des »Morgenstadt Netzwerks« arbeiten Forschung, Industrie und Kommunen gemeinsam daran, neue Märkte und Entwicklungspotenziale in städtischen Systemen aufzuzeigen und zu erschließen, aber auch bevorstehende Technologiesprünge und disruptive Entwicklungen für die Stadt von morgen zu identifizieren und neue Produktsysteme und Geschäftsmodelle dafür zu konzipieren.

· Innovative und nachhaltige Produkte und Dienstleistungen der Morgenstadt Partner werden in ganzheitliche Stadtentwicklungsprojekte integriert. Dabei haben die beteiligten Kommunen die Chance Pilotprojekte zur Demonstration neuer Wirkzusammenhänge durchzuführen und dabei begleitet durch unsere Forscher Lösungen für urbane Herausforderungen auf dem Weg hin zu einer nachhaltigen Stadt zu entdecken.

· Neue Ideen für urbane Systemlösungen werden gemeinsam entwickelt, analysiert und in die Pilotierung überführt, so dass Städte durch das Know-how unserer Institute und des Netzwerks profitieren Projekte, die aus dem Morgenstadt Netzwerk entstehen, werden entweder mit öffentlicher Förderung oder individueller Finanzierung durchgeführt. Auf diese Weise konnte die Morgenstadt seit 2012 bereits über 115 Mio. EUR an Forschungsmitteln für innovative Projekte aktivieren.

Ein wichtiges Forschungs- und Entwicklungsfeld im Morgenstadtnetzwerk beschäftigt sich mit der grünen Infrastruktur und naturbasierten Lösungen in Städten (Nature-Based Solutions, kurz NBS). Ökosystemleistungen spielen eine große Rolle und können einen wichtigen Beitrag leisten, wenn es darum geht urbane Herausforderungen unserer Zeit zu bewältigen. So tragen Gründächer, grüne Fassaden und renaturierte Flüsse zum dezentralen Hochwasserschutz bei; urbane Gärten und Grünflächen fördern die Gesundheit und soziale Interaktion der Stadtbewohner und bekämpfen urbane Wärmeinseln; und innovative Ansätze und Technologien im Bereich der Phytoremediation und der Mikroalgenkultivierung reduzieren die Schadstoffbelastung und tragen zu einer nachwachsenden Ressourcenversorgung in den Städten bei. Aktivitäten innerhalb der Morgenstadt umfassen dabei unter anderem die Koordination und Mitarbeit in europäischen Innovationsprojekten, den Aufbau und Betrieb eines Urban Farming Labs zur Evaluation neuer Konzepte und Technologien in der städtischen Lebensmittel- und Ressourcenversorgung auf dem Campus des Fraunhofer IAO in Stuttgart, sowie die Zusammenarbeit mit verschiedenen Firmen und Städten welche in diesem Bereich aktiv sind.

So arbeiten die Forscher im Rahmen des Horizon 2020 Projekts UNaLab (Urban Nature Labs) in einem internationalen Konsortium an einem europäischen Referenzrahmen für naturbasierte Lösungen, welcher praktische Informationen zu den Vorteilen, der Implementierung, und der Wirtschaftlichkeit von NBS bereit- und deren globale Übertragbarkeit sicherstellen soll. Dabei werden NBS-Pilotprojekte in den Vorreiterstädten Eindhoven (NL), Genova (IT) und Tampere (FI) gemeinsam mit den lokalen Akteuren und der Bevölkerung in einem Co-Kreationsprozess geplant und umgesetzt, und deren Einfluss v.a. im Hinblick auf das städtische Klima- und Wassermanagement validiert. Um die Replizierbarkeit der Lösungen sicherzustellen, werden diese mit innovativen Geschäftsmodellen, Governance Konzepten und verschiedenen Entscheidungstools hinterlegt. Die fünf Nachfolgerstädte Başakşehir (TUR), Cannes (FR), Castellón (ES), Prague (CZ) und Stavanger (NO) sind eng in diesen Prozess miteingebunden, um mit dem gesammelten Wissen individuelle NBS-Strategiepläne zu entwickeln und umzusetzen. Das Innovationsprojekt UNaLab wird von der Europäischen Kommission gefördert und hat eine Laufzeit von fünf Jahren.

Weitere Informationen zur Morgenstadt und dem Unalab Projekt finden Sie hier:

www.morgenstadt.de

www.unalab.eu

Deutsche Umwelthilfe fordert mehr Grün statt Grau in der Städtebauförderung

Das Programm "Zukunft Stadtgrün" wandert vom Bundesumwelt-ministerium in das Innen-, Bau- und Heimatministerium - Deutsche Umwelthilfe fordert Horst Seehofer auf, das Programm beizubehalten und weiterzuführen - Stadtgrün, Umweltgerechtigkeit und Naturerfahrungen im urbanen Raum werden für Wohlbefinden und Gesundheit wichtiger denn je - DUH veröffentlicht Impulspapier zum Programm der Städtebauförderung.

HIER geht es zum Impulspapier…

Prof. Carlo Ratti - ein Denker über Grenzen

Der italienische Architekt und Designer ist Mitbegründer des Büros Carlo Ratti Associati, das er seit 2004 in Turin betreibt. Am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Boston leitet er das „SENSEable City Lab“. Dort untersucht er, wie der zunehmende Einsatz neuer Technologien das Leben in Städten verändern wird. Erste Thesen veröffentlichten Carlo Ratti und Matthew Claudel in dem 2015 erschienen Buch „Open Source Architecture“. Am Beispiel von Architektur – und Stadtentwicklung erläutert Carlo Ratti eine kollektiv gelebte Kultur des Teilens und zeigt, dass nicht nur der Einsatz moderner Technologien, sondern auch die Mitwirkung der Crowd Creativity eine grundlegende Veränderung das Zusammenleben in unseren Städten bewirkt.
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