Japanische Gärten in Deutschland

Museum für Gartenkunst

Stiftung Schloss und Park Benrath Düsseldorf

Seit über 100 Jahren werden in Deutschland Japanische Gärten entworfen und angelegt. Inzwischen gibt es weit über 50 öffentliche Gärten dieser Art und sicherlich noch deutlich mehr private. Japanische Gärten haben also in Deutschland Fuß gefasst und sogar eine erstaunliche Karriere hinter sich. Doch was sind die Hintergründe für diese Mode, lässt sich eine Entwicklungsgeschichte beobachten? Wie steht es um die Authentizität?

Die Ausstellung gibt Antworten auf diese Fragen, indem sie die Geschichte Japanischer Gärten in Deutschland nachzeichnet. Die Geschichte reicht vom ersten Garten 1904 in Düsseldorf über viele Beispiele auf (Garten-)Ausstellungen und in Museen wie im Kunstmuseum Wolfsburg bis hin zu ehemals privaten und jetzt öffentlichen Gärten wie in Leverkusen. Die Anlagen lassen sich nicht einfach aufeine Reaktion auf Japanische Vorbilder reduzieren.

Vielmehr sollten sie auch eine Idee von dem scheinbar so exotischen Land Japan insgesamt geben und spiegelten natürlich die Vorlieben und Vorstellungen ihrer jeweiligen Auftraggeber und Gestalter wider. Daneben widmet sich die Ausstellung aber auch der breiten popkulturellen Verarbeitung des Themas. So gab es Ende des 19. Jahrhunderts Japanische Gärten als Papiertheaterszenarien für Kinder, während man heute Brett- oder iPad-Spiele findet, die Zen-Gärten als Grundlage für ein spannendes Logikrätsel nutzen.

Am Ende wird deutlich, dass die Frage der Authentizität zurücktreten kann (und sollte) hinter die reiche und spannende Geschichte der Auseinandersetzung mit dem Fremden.

Japanische Gärten in Deutschland sind nicht so faszinierend, weil sie Japan möglichst originalgetreu wiedergeben, sondern weil sie eine eigene aufschlussreiche Geschichte und Ästhetik besitzen.

Die Ausstellung (12. Oktober 2018 bis 13. Januar 2019) ist ein Kooperationsprojekt zwischen dem Museum für Gartenkunst der Stiftung Schloss und Park Benrath, dem Institut für Modernes Japan der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, vertreten durch PD Dr. Christian Tagsold und dem Japanischen Kulturinstitut Köln.

Japanische Gärten – seit über 65 Jahren Highlights in BUGA/IGA Parks

In vielen Parks, die mit einer BUGA oder IGA in Deutschland entstanden sind, gibt sehr schöne japanische Gärten, die teils auch noch heute von der Stadt oder von Freundeskreisen gepflegt werden. Alles fing 1951 mit der Ausstellung japanischer Azaleen im Freigelände der BUGA Hannover an. Hier kommt eine Liste der sehenswerten grünen Kleinode in deutschen Stadtparks:

Westfalenpark Dortmund (BUGA Dortmund 1959)
https://www.dortmund.de/de/freizeit_und_kultur/westfalenpark_dortmund/start_westfalenpark/index.html

Zoologischer Stadtgarten Karlsruhe
https://www.karlsruhe.de/b3/freizeit/zoo/stadtgarten/japangarten.de

Planten un blomen Hamburg (IGA Hamburg 1973)
https://plantenunblomen.hamburg.de/japanischer-garten-teehaus/

Rheinaue Bonn (BUGA 1979)
http://www.bonn.de/tourismus_kultur_sport_freizeit/freizeitpark_rheinaue/00243/

Westpark München (IGA 1983)
https://www.muenchen.de/sehenswuerdigkeiten/orte/120259.html

IGA Park Rostock (IGA Rostock 2003)
http://www.iga-park-rostock.de/Gaerten.26.html

Gärten der Welt Berlin (IGA Berlin 2017)
https://gruen-berlin.de/gaerten-der-welt/ueber-den-park/der-japanische-garten

Fernöstliche geheimnisvolle Gärten

Dieses erste Grundlagenwerk über die Geschichte der chinesischen und japanischen Gartenkultur ist reich bebildert und beleuchtet das Entstehen der Gärten in Verbindung mit der jeweiligen Philosophie und Religion über die Epochen der chinesischen und japanischen Geschichte. In seiner übersichtlichen Darstellung bietet dieses Buch mit einer umfangreichen Liste weiterführender Literatur einem breiten Leserkreis den idealen Einstieg, um die Welt der fernöstlichen Gärten zu entdecken.

Autor: Jochen Wiede

www.verlagshaus-roemerweg.de,
Marix Verlag 2018, 28,00 Euro