Bereich „Grabgestaltung und Denkmal“ erstrahlt im schönsten Sommerflor

Wer vor fünf Wochen schon einmal auf der Bundesgartenschau war, um den Bereich „Grabgestaltung und Denkmal“ zu besuchen, wird seinen Augen nicht trauen. „Die Natur hat sich in den fünf Wochen, auch aufgrund des üppigen Regens, sehr entwickelt“, berichtet Knut Mergenthaler, der vom Bund Deutscher Friedhofsgärtner (BDF) mit der Pflege des Areals während der BUGA betraut wurde. „Nachdem der Sommerflor hier Einzug gehalten hat, zeigen sich die Grabstellen nun mit einem völlig anderen Gesicht. Die sommerliche Bepflanzung hat dem Areal und seinen Gräbern noch einmal einen ganz neuen, farbenfrohen Stempel aufgedrückt“.

Üppige Blütenteppiche überziehen die Grabstellen

Die Besucher können sich nicht sattsehen an der Vielfalt der Sommerblumen mit ihren vielen Farben, Formen, Höhen und Texturen. In bunten Bändern mäandern sie über die Grabstellen, zierliche Gräser geben so manchem Grab eine besondere Leichtigkeit. Auffallend sind die oft aus sehr vielen verschiedenen Pflanzenarten zusammengesetzten Pflanzflächen des Sommerflors. Üppig blühende Stauden finden sich da, aber auch bunte Zwiebelpflanzen, Sukkulenten und so manch andere Pflanze, die man eigentlich eher aus dem Zimmerpflanzenbereich kennt. „Der Klimawandel macht es möglich, selbst Kakteen oder manche Blattschmuckpflanzen in die Beete zu setzen“, weiß Mergenthaler.

Zeit für die Fragen der Besucher

Dies erstaunt auch die zahlreichen Besucher, die den Friedhofsgärtnern beim Arbeiten über die Schulter schauen und ihnen viele Fragen stellen. Bereitwillig geben die engagierten Gärtner Auskunft über ihr Tun, die verwendeten Pflanzen und natürlich die Kosten der Bepflanzung. Auch Tipps über den Umgang mit den verschiedensten Blumen, Gehölzen und Bodendeckern geben die Friedhofsgärtner bereitwillig weiter. Karoline Heiser, die gerade mit ihrem Sohn Johannes zwei Grabstellen mit sommerlichem Blütenschmuck bepflanzt, freut sich über das Interesse der Besucher. Als stellvertretende Vorsitzende des BDF ist ihr das Gespräch mit den Menschen vor Ort sehr wichtig: „Was wir hier tun, ist natürlich Lobbyarbeit für unseren Verband. Aber vor allem wollen wir den Menschen zeigen, welche Vielfalt an schönen Gestaltungsformen es auf Friedhöfen heutzutage gibt“.

Klimaangepasst halten Zimmerpflanzen Einzug

Da ziehen sich farbenfrohe Bänder aus vielfältigen Sommerblumen über die einen Gräber, während andere eher dezent und mit einer Bepflanzung aus nur einer Pflanzenart wie etwa Begonien in erlesenen Farben und Sorten daherkommen. Alle Sommerflor-Konzepte nehmen auf stilvolle Weise die Gestaltungsform des Grabzeichens auf, das sich auf der jeweiligen Grabstelle befindet. Auf der Fläche eines Doppelgrabes sind zum Beispiel drei Kreisel in verschiedenen Stadien ihrer Bewegung zu sehen. Das darunter liegende Band aus Sommerblumen scheint den Weg, den die Kreisel auf dem Boden ziehen, als üppiger Blumenflor nachzuzeichnen. An anderer Stelle findet zum Beispiel das goldene Ginko-Blatt eines Grabsteins sein pflanzliches Pendant aus „Flammendem Käthchen“ (Kalanchoe) im Beet, eine Pflanze, die in diesem Jahr übrigens auf vielen Gräbern ihren Auftritt hat und die gut mit sommerlicher Hitze zurechtkommt. Denn der Klimawandel macht auch vor Friedhöfen nicht halt. Und so werden für den Sommerflor gern auch Rosen, Lavendel, Thymian oder die reichblühenden Dipladenien verwendet – letztere erfreuen sich bei den Besuchern der BUGA besonderer Beliebtheit. Selbst Pflanzen, die lange Zeit als „spießig“ galten, wie etwa die Tagetes, erleben in diesem Jahr eine Art Renaissance.

„Manche der Kollegen arbeiten mit dezenten Farben, manche entfesseln ein regelrechtes Farbfeuerwerk“, beobachtet Knut Mergenthaler. „Und es wird hier mit unglaublich viel Hingabe und Akkuratesse gearbeitet. Diese Anlage ist für die beteiligten Friedhofsgärtner nicht nur eine Möglichkeit, ihre Leistung zu zeigen. Die BUGA ist für sie auch ein Ort der Weiterbildung. Viele Junggärtner sind dieses Mal mit dabei und die Jungen lernen von den Älteren und umgekehrt.“ Von Konkurrenz und Neid ist allerdings in Erfurt nichts zu spüren. Kollegial hilft man sich gegenseitig mit Pflanzen aus, beratschlagt über die optimale Verwendung von Stauden, Zwiebel- und einjährigen Pflanzen. Und so entstehen im munteren Austausch kleine und große Grabstellen, von denen jede einzelne auf ihre Art ein wahres Kunstwerk ist, eine perfekte Symbiose aus Grabzeichen, Pflanzen und gärtnerischer Leidenschaft.

Die hochkarätig besetzte Preisrichter-Jury war von den eindrucksvollen Beispielen moderner Grabgestaltung überzeugt und zeichnete die Friedhofsgärtner mit insgesamt 30 Goldmedaillen, 10 Silbermedaillen, 7 Bronze-medaillen, 5 Großen Goldmedaillen der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft und 9 Ehrenpreisen aus.

Friedhofsgärtnerischer Wettbewerb "Sommerbepflanzung"

Hier finden Sie die Listen als pdf-Dokument:

>>Preisträgerliste

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Friedhofsgärtnerischer Wettbewerb "Frühjahrsbepflanzung"

Hier finden Sie die Listen als pdf-Dokument:

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