Trauer um Berthold Stückle

Die Deutsche Bundesgartenschau-Gesellschaft trauert um Berthold Stückle. Der Geschäftsführer der BUGA Oberes Mittelrheintal 2029 starb unerwartet im Alter von 57 Jahren nach einer kurzen, schweren Krankheit. Der Schmerz um den Verlust eines hochgeschätzten Kollegen ist groß. 

„Mit Berthold Stückle verlieren wir einen kompetenten Weggefährten und Experten“, sagt DBG-Geschäftsführer Jochen Sandner. „Zusätzlich zu unserem Weg über zahlreiche Gartenschauen in drei Jahrzehnten verband mich mit Berthold Stückle eine enge Freundschaft. Wir alle werden seinen Rat und seine Durchsetzungsfähigkeit, aber auch seinen Humor und die große Lebensfreude, die er ausstrahlte, vermissen. Unsere Gedanken gelten seiner Partnerin, der Familie und den Freunden.“

Berthold Stückle, Gärtner, Garten- und Landschaftsbauer und Landschaftsarchitekt, widmete den größten Teil seines Berufslebens den Gartenschauen. Seit den 1980er Jahren war er für Landesgartenschauen tätig, 2001 erstmals bei einer Bundesgartenschau, der BUGA Potsdam 2001. 2011 kam er als Technischer Leiter zur BUGA Koblenz, später wurde er Prokurist und Technischer Leiter der BUGA Heilbronn 2019. Seit Januar 2021 führte er die Geschäfte der BUGA Oberes Mittelrheintal 2029.

Berthold Stückle bleibt nicht nur als zugewandter Kollege in Erinnerung, der jedem auf Augenhöhe begegnete. Auch als Mann der Tat, der die Fäden fest in der Hand hielt wie beim Großprojekt der BUGA Heilbronn 2019, das mit der Kampfmittelräumung im ehemaligen Hafengelände begann und mit der Renaturierung des Neckars und dem Bau des Quartiers Neckarbogen endete. Er meisterte neue Situationen, etwa bei der BUGA Koblenz 2011, als die Bundesgartenschau nach dem Love-Parade-Unglück in Duisburg plötzlich vor verschärften Sicherheitsvorkehrungen stand.

Berthold Stückle war ein kreativer Mensch, der viele Ideen mit weiter Strahlkraft entwickelt hat. Einen ersten, entscheidenden Meilenstein der BUGA Oberes Mittelrheintal 2029 setzte er mit dem Ende Oktober 2021 vom Aufsichtsrat beschlossenen Flächenlayout. Mit Elan habe Stückle diese Bundesgartenschau vorangebracht, sagt deren Aufsichtsratsvorsitzender Thomas Metz: „Wir werden das Projekt in seinem Sinne weiterführen.“

 

BUGA 2029 gGmbH hat einen Interimsgeschäftsführer

Nach dem plötzlichen und für alle Beteiligten schockierenden Tod des Geschäftsführers Berthold Stückle haben die zuständigen Gremien der Bundesgartenschau Oberes Mittelrheintal 2029 gGmbH dafür gesorgt, dass die Projektgesellschaft handlungsfähig bleibt. Die Gesellschafterversammlung setzt Gründungsgeschäftsführer Rainer Zeimentz (Vorstand der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz e.V.) als Interimsgeschäftsführer ein.

Andreas Jöckel, bislang Referent der Geschäftsführung, erhält gemäß Beschluss des Aufsichtsrates Prokura. In Kooperation mit den Gesellschaftern, der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft und dem Zweckverband Welterbe Oberes Mittelrheintal, wird nun nach einer dauerhaften Geschäftsführung für die BUGA 2029 gGmbH gesucht.

 

 

 

BUGA 2029 setzt neue Impulse im Welterbe: Schwerpunkte, BUGA-Gärten, Korrespondenzen und Bürgerprojekte

 Die Bundesgartenschau 2029 wird viele neue Impulse im Welterbe Oberes Mittelrheintal setzen. Den Grundstein dafür hat der BUGA-Aufsichtsrat mit dem Beschluss des ersten Flächenlayouts gelegt, das sich von Rüdesheim/Bingen bis Koblenz erstreckt: die BUGA-Entwicklungsprojekte als Schwerpunkte sowie die BUGA-Gärten und BUGA-Korrespondenzprojekte. Hinzu kommen Flächen, die über BUGA-Bürgerprojekte realisiert werden. Zusätzlich zu diesen vier Säulen werden außerdem in den kommenden Jahren Ausstellungen und Veranstaltungen entwickelt. Themenlinien, die sich über das ganze Tal erstrecken, tragen den Titel „2000 Jahre Kulturtransfer“.

„Mit dem beschlossenen Gesamtkonzept wird die BUGA 2029 das gesamte Welterbe Oberes Mittelrheintal bespielen. Das Puzzle erstreckt sich von Bingen/Rüdesheim bis Koblenz. Die ersten Teile davon liegen fest, viele weitere werden bis zum Festivaljahr 2029 hinzukommen. Dabei ist besonders erfreulich, dass alle 35 Kommunen, die sich mit Flächen für die BUGA 2029 beworben haben, bereits Bestandteile der BUGA-Planung sind. Das heißt, sie sind mit einer oder mehreren Flächen dabei“, sagte Innenminister Roger Lewentz, Initiator der Bundesgartenschau 2029 im Welterbe Oberes Mittelrheintal. Er sagte weiterhin die Unterstützung des Landes zu. „Das Obere Mittelrheintal bleibt im Zuge der BUGA 2029 ein Schwerpunkt der Städtebauförderung“, so der Minister.

Aufsichtsratsvorsitzender Thomas Metz zeigte sich bei der anschließenden Pressekonferenz sichtlich erfreut, dass das Gremium dem Vorschlag von BUGA-Geschäftsführer Berthold Stückle gefolgt war. Zufrieden äußerte sich auch sich der Geschäftsführer der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft, Jochen Sandner: „Die dezentrale Gartenschau in einer Welterbe-Region wird nicht nur ein besonderes Erlebnis, sie wird zu einer nachhaltigen Regionalentwicklung beitragen.“ Aus hessischer Sicht stellte der BUGA-Beauftragte des Landes, Leitender Ministerialrat Joachim-Eberhard Maltzahn, fest: „Wir werden unseren Teil zum Erfolg beitragen und gemeinsam mit unseren Partnergemeinden im Rheingau viele Besucher ins Welterbe locken.“

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Welterbe, grüne Verbindungen und aufgewertete Räume: BUGA Oberes Mittelrheintal 2029

Nach der erfolgreichen BUGA Koblenz 2011 hat sich eine weit in die Region ausstrahlende positive Grundstimmung zum Format einer BUGA erhalten. Das führte auch zu einem begeisterten Echo, als von Innenminister Lewentz und anderen die Idee zu einer BUGA im oberen Rheintal aufkam. Nun wird das fast 70 km lange Flusstal mit seinen malerischen Orten entlang der Ufer, mehr als drei Dutzend Burgen, Schlössern und Festungen, zahlreichen Kirchen und Klöstern, mit vielen Parks und Gärten aus mehreren Jahrhunderten, der berühmten Loreley und den unzähligen Weinbergen »Star« dieser Bundesgartenschau sein. Das Rheintal zählt zudem seit dem Jahr 2002 zum Welterbe und ist eine sehr beliebte Urlaubsregion Deutschlands. In der Machbarkeitsstudie wurde vorgeschlagen, wegen der für Tagesbesucher nicht zu bewältigenden Gesamtlänge von 67 km, das Rheintal zwischen Koblenz und Rüdesheim in drei saisonale Abschnitte zu unterteilen. Ein zweiter zentraler Aspekt war die Idee einer schwimmenden BUGA. Das ist ein ganz besonderes Alleinstellungsmerkmal, denn eine BUGA am Fluss, die gleichzeitig auf dem Wasser stattfindet, gab es in der Geschichte der Bundesgartenschauen noch nicht. An der Machbarkeitsstudie arbeiteten Landschaftsarchitekten gemeinsam mit Spezialisten anderer Disziplinen wie Tourismus, Marketing, Mobilität und Bürgerbeteiligung. Ihnen ging es einerseits um die Inhalte, die Popularisierung, die Inszenierung und die Vermarktung der Gartenschau. Andererseits lag der Fokus auch auf ihrer touristischen, wirtschaftlichen und infrastrukturellen Einbindung in die WelterbeKulisse des Rheintals. Denn die BUGA bietet eine einmalige Chance zur Optimierung der Verkehr zu einer intensiveren Vermarktung des Weinanbaus und zur Aufwertung zahlreicher Zwischenräume und grüner Verbindungen. Nun müssen in Kooperation mit dem Welterbe-Zweckverband und der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz die Interessen von Bürgern, beinahe fünf Dutzend Kommunen, fünf Landkreisen und zwei Bundesländern gebündelt und aufeinander abgestimmt werden. Auf dem Prüfstand zur Umsetzung stehen: Fähren für Passagiere und Ausstellungshallen mit Blumen und Pflanzen, die den Fluss befahren sollen. Schwimmende Restaurants, die regionale und internationale Spezialitäten anbieten. Badeschiffe, die sicheres Schwimmen im Rhein mit Panoramakulisse garantieren. Und wie immer: ineinandergreifende und aufeinander abgestimmte gärtnerische Akzente in den zahlreichen Städten und Gemeinden entlang der Route. Der Zweckverband, der zusammen mit der DBG die BUGA Durchführungsgesellschaft 2029 gegründet hat, wird nun den Maßnahmenkatalog umsetzen.