Biennale Venedig: Stadtwachstum – kunstvoll in Szene gesetzt

Das dänische Architekturbüro EFFEKT hat auf der Architekturbiennale in Venedig mit einem von Kopenhagen ferngesteuerten Hydrokultursystem Hunderte von Kiefernsämlingen um sieben Architekturmodelle auf einen Tisch gepflanzt. Die Installation heißt „Ego to Eco“ und beantwortet das Thema der Biennale, das ihr der Kurator Hashim Sarkis gegeben hat: Wie werden wir zusammen leben? Die künstlerische Intervention der Dänen könnte auch eine Antwort auf unser Thema bei der IGA Metropole Ruhr 2027 sein: Wie werden wir morgen leben? Auf jeden Fall viel grüner…

Hier in Venedig hat man dieses Thema künstlerisch genial wie symbolträchtig publikumswirksam umgesetzt: sieben Miniatur-Modelle repräsentieren verschiedene Forschungs- und Designprojekte von EFFEKT, von denen das Studio glaubt, dass sie dieses Thema beantworten.

Für die Ausstellung pflanzte man 1.200 einjährige Bäume vier verschiedener Arten - Waldkiefer (Pinus Sylvestris), Fichte (Picea Abies), Sitka-Fichte (Pinus Sitchensisa) und Hybrid-Lärche (Larix Eurolepis). Die Sämlinge sitzen in einem hydroponischen Anbausystem, das Wasser und Nährstoffe um ihre Wurzeln zirkulieren lässt. Hydroponik ist ein System des Gartenbaus, bei dem Pflanzen ohne Bodennutzung wachsen.

Überschüssiges Wasser fließt in einen Tank unterhalb des Pflanzgefäßes, in dem sich das System befindet, das als Wachstumstisch bezeichnet wird. Von den Besuchern kann dieser Tisch umgangen und die Installation betrachtet werden. Mit Sensoren, die Druck, Luftfeuchtigkeit und Temperatur überwachen, kann EFFEKT das System von seinem Büro in Kopenhagen aus in Echtzeit überwachen und steuern.

In Venedig ausgestellt – in Dänemark gepflanzt

Die Bäume wachsen sechs Monate lang in der Ausstellungshalle der Architekturbiennale von Venedig. Nach Abschluss der Biennale wird EFFEKT sie nach Dänemark zurückbringen und im Rahmen eines städtischen Wiederaufforstungsprojekts pflanzen. Das Studio schätzt, dass diese Bäume in den nächsten 50 Jahren über 1.000 Tonnen Kohlendioxid aufnehmen können.

"Ego to Eco basiert auf der Idee, eine Ausstellung mit nachhaltiger positiver Wirkung zu schaffen", sagte EFFEKT. "Die Berücksichtigung sozialer, ökologischer und wirtschaftlicher Aspekte eines solchen Vorhabens kann dazu beitragen, einige der größten Herausforderungen zu bewältigen, denen wir uns aufgrund unserer menschlichen Existenz gegenübersehen."

Zu den Modellen der in der Ausstellung gezeigten Projekte des Studios gehört auch „The Forest Tower“, ein 45 Meter hoher Wendelturm aus Verwitterungsstahl, den das Studio im Gisselfeld Klosters Forest schon gebaut hat.

Mehr Informationen erfährt man auf der Homepage: https://www.labiennale.org/en/architecture/2021

Die Architekturbiennale läuft dieses Jahr bis zum 21.November.

 

Weiterführende Informationen zu Architekturprojekten ähnlicher Art auf der Biennale bietet der Newsletter mail@dezeen.com