Digitale Skulpturen zum Download im Grün

Augmented Reality (AR) ist eine der spannendsten aktuellen Darstellungsformen für zeitgenössische Künstler*innen. Das NRW-Forum Düsseldorf bietet mit der weltweit ersten AR Biennale der jungen Kunstform noch bis zum 20. Februar 2022 eine prominente Plattform. Die digitalen Skulpturen sind im gesamten Ehrenhof und im Hofgarten zu sehen.

Weitere Arbeiten entstehen als Satellitenprojekte in Köln und Essen im Rahmen von urbanana, einem Projekt von Tourismus NRW und dessen Partner*innen. Mit dem eigenen Smartphone oder Tablet erkunden Besucher die Umgebung und interagieren in Echtzeit mit den Werken. Sie werden Feen tanzen lassen, Zeug*innen eines Kunstdiebstahls werden, mit digitalen Wesen kommunizieren, virtuelles Schach spielen und vieles mehr.

Augmented Reality ist eines der großen Zukunftsthemen

Immer mehr Unternehmen bringen neue Technologien auf den Markt. Nicht nur in digital vernetzten, smarten Fabriken, der Medizin oder der Unterhaltungsbranche werden die Möglichkeiten der digitalen Realitätserweiterung bereits genutzt. Auch viele zeitgenössische Künstler*innen haben die Verschmelzung von analoger und digitaler Welt sowie die vielfältigen Möglichkeiten zur Interaktion für sich entdeckt. Alle zwei Jahre entsteht nun mit der AR Biennale unter freiem Himmel ein neuartiger, digitaler Skulpturenpark. Besucher*innen erkunden mit dem eigenen Smartphone oder Tablet den Hofgarten sowie den Ehrenhof. Mit Hilfe einer App werden digitale Kunst-werke in die reale Umwelt eingefügt und auf dem Endgerät sichtbar. Kein anderes Ausstellungsformat passt besser in diese Zeiten. „Die erweiterte Realität ist hybrid, neuartig und sehr künstlerisch. Physikalische Grenzen werden aufgehoben und man sieht Dinge, die real nicht existieren könnten. Viele Künstler*innen entwickeln derzeit innovative AR-Werke. Wir denken groß und konzipieren eine Biennale, welche die international wichtigsten Positionen der AR-Kunst präsentiert“, sagt Alain Bieber, Künstlerischer Leiter des NRW-Forums und Kurator der ersten Ausgabe.

Kunst im Spiel mit der Natur

So wurden 19 internationale Künstler*innen eingeladen, neue, ortsspezifische Werke zu erarbeiten. Mit vielfältigen Interaktionsmöglichkeiten und spielerischen Zugängen geht es um Themen wie Natur und Körperlichkeit im Digitalen, Nachhaltigkeit und neue Kommunikationsformen. Teilnehmende Künstler*innen Zu den Künstler*innen der ersten Ausgabe gehören Lauren Lee McCarthy (USA), die die Bänke im Park mit virtuellen Statements versieht und Kommunikationsanlässe schafft. Das in London und Berlin ansässige Kollektiv Keiken, gegründet von Tanya Cruz, Hana Omori und Isabel Ramos, experimentiert mit AR und gamifizierter Performance und hat für die Schach-felder im Park eine AR-Spiel-Szene entwickelt. Das Londoner Studio Above&Below, bestehend aus Daria Jelonek und Perry-James Sugden, verwendet neueste Digital- und Sensortechnik, mithilfe derer Veränderungen der Luftqualität in eine AR-Datenvisualisierung übersetzt werden. Eine persönliche Beziehung zum Ort haben die Absolvent*innen der direkt am Park gelegenen Düsseldorfer Kunstakademie Giulia Bowinkel und Friedemann Banz (DE), die mit KI-basierten AR-Formen arbeiten und Tim Berresheim (DE) kreiert eine AR-Szene, in der eine virtuelle Figur in die Sammlung des Kunstpalasts eindringt, um dort Werke des Künstlers Jørgen Dobloug zu stehlen. In Kooperation mit dem Ballett am Rhein entstehen neben den skulpturalen Arbeiten auch tänzerische AR-Performances. Den Besucher*innen werden virtuelle Feen in die Hände gelegt. Auf ein paar Zentimeter geschrumpft, erscheinen Tänzer*innen auf dem eigenen Smartphone oder Tablet und können an verschiedenen Stellen im Park entdeckt werden. Viel Spaß im Grün, in Düsseldorf, Köln und Essen!

Kunst und Fotocopyright: Jeremy Bailey
AR Biennale: www.nrw-forum.de/en/exhibitions/ar-biennale