Gemeinderat beschließt Maßnahme zur Renaturierung des Neckars

Der Gemeinderat hat im Mai 2021 die Umsetzung der Gewässerstrukturmaßnahme für die naturnahe Entwicklung des Neckars sowie die naturnahe Gewässerentwicklung in der Feudenheimer Au beschlossen. Die Bundesgartenschau Mannheim 2023 gGmbH wird von der Stadt Mannheim mit der Umsetzung der Projektphase West bis BUGA 23 mit einem Investitionsvolumen von 9,9 Mio. Euro beauftragt.

„Das ist eine einzigartige Gelegenheit, dieses ökologisch wichtige Wasserbauprojekt in die Umsetzung des Grünzugs Nordost zu integrieren und den Neckar sowie die Feudenheimer Au im urban geprägten Raum in einer Gesamtkonzeption naturnah zu entwickeln. Wir freuen uns, dass wir die erste Phase dieser Maßnahme für Mannheim umsetzen dürfen. Insgesamt wird der Neckar auf diese Weise über eine Strecke von 3,3 Kilometer renaturiert und erlebbar gemacht für Mensch, Tier- und Pflanzenwelt. Das ist derzeit wohl die bedeutendste Gewässerstrukturmaßnahme im Land“, sagt Michael Schnellbach, Geschäftsführer der Bundesgartenschau-Gesellschaft Mannheim 2023 gGmbH.

Die Gesamtmaßnahme beinhaltet die naturnahe Entwicklung jener durch Eingriffe des Menschen geprägten Neckarabschnitte sowie der einstigen Neckarschleife der Feudenheimer Au, die ökologische Aufwertung dieser Bereiche und somit die Umsetzung der Ziele der EU-Wasserrahmenrichtlinie gemeinsam mit dem Land Baden-Württemberg. Der Neckar und die einstige Feudenheimer Neckarschleife wird so für die Bürger*innen Mannheims stadtnah erlebbarer gemacht. Die ökologische Vielfalt in der Feudenheimer Au wird gesteigert und das Landschaftsschutzgebiet Feudenheimer Au wird aufgewertet – u.a. durch die Herstellung von Trittsteinbiotopen sowie die Wiederherstellung der Anbindung an den Neckar.

„Diese Maßnahme stellt einen Meilenstein dar für das interkommunale Landschaftsentwicklungsprojekt „Lebendiger Neckar“ von Heidelberg bis Mannheim“, erläutert Martin Müller, Nachbarschaftsverband Heidelberg-Mannheim. Das Projekt „Lebendiger Neckar“ wird von den Kommunen Heidelberg, Edingen-Neckarhausen, Ladenburg, Ilvesheim und Mannheim seit 1999 umgesetzt. Der Nachbarschaftsverband setzt sich seit 2019 für die Umsetzung der Neckar-Strukturmaßnahmen durch Erfahrungstransfer, Abstimmungsarbeit und verbindende Netzwerk-Arbeit ein.

Aufgrund der Komplexität aller Bauprojekte gliedert sich die Umsetzung der Strukturmaßnahme in vier Projektphasen: Phase Nord (Feudenheimer Au) und West (Maßnahmen westlich der Riedbahnbrücke) werden bis zur Bundesgartenschau Mannheim 2023 realisiert. Die Phase Ost (Maßnahmen östlich der Riedbahnbrücke) und Süd (Neckaranschluss der Feudenheimer Au) werden nach der Bundesgartenschau 2023 umgesetzt und gehen in die Unterhaltungslast der Stadt Mannheim über.

 

Vom Klimapavillon zur Mikrolandwirtschaft der Zukunft - Michael Schnellbach im Interview

Die BUGA Mannheim 2023 ist ein Inkubator, ein Versuchlabor für das Grün von Morgen, das mit wandelndem Klima, einer rasant veränderten Gesellschaft und dem strikten Bewahren von Ressourcen beschäftigt sein wird. Wir trafen den Geschäftsführer Michael Schnellbach auf dem Gelände, auf dem einst Panzer fuhren und nun grüne Zukunft gedacht wird.

Mit 62 Hektar auf Spinelli, der aufgelassenen amerikanischen Militärbrache und 42 Hektar Luisenpark in Mannheims City haben Sie die zweitgrößte Gesamtfläche zu bespielen, die ja mit einer BUGA entwickelt wurde. Wie schleusen Sie die Besucher?

Wir sind gerade dabei das Verkehrsmanagementkonzept für die BUGA23 mit dem Ingenieurbüro SHP Ingenieure und den zuständigen Akteuren der aus Verwaltung, Polizei  und Nahverkehr zu erarbeiten. Die Experten prüfen derzeit, wie unsere Ideen und die prognostizierten Zahlen zum Besucheraufkommen umsetzbar sein könnten. Das Konzept wird bis Jahresende vorliegen.

Natürlich planen wir auch entsprechende Parkplatzkapazitäten für Reisebusse und Individualverkehr, den wir jedoch so gering wie möglich halten möchten. Parkplätze bieten wir direkt an der Autobahn rund um den Flughafen Mannheim an, wo rund 10.000 Parkplätze vorhanden sind. Von dort werden die Besucher*innen mit E-Bussen zum Spinelli-Gelänge geshuttelt. Eine Seilbahn verbindet das Gelände mit dem Luisenpark. . . . .

Die Leitthemen der BUGA 2023 sind Klima, Umwelt, Energie und nachhaltige Nahrungssicherung. Werden sie auf dem Gelände konzentriert vermittelt oder durchmischen sich die Bereiche und wie findet der Besucher Orientierung?

Unser Ausstellungskonzept verortet die vier Leitthemen Klima, Umwelt, Energie und Nahrungssicherung auf zwei Veranstaltungsorte: dem ehemaligen Kasernengelände Spinelli, das kommenden Generationen als Freizeit- und Erholungsraum dienen soll; und dem Luisenpark, der als gewachsene Parkanlage mit exotischer Flora und Fauna sinnbildlich für die globale Welt von heute steht.

Bereits in der Willkommensallee in unserem Eingangsbereich auf Spinelli führen wir die Besucher*innen in unsere vier Leitthemen ein, die ihnen dann immer wieder an den verschiedenen Stellen in beiden Parks begegnen werden. So wird es einen Klima-Pavillon auf Spinelli geben. Ein Teil der Gastronomiebetriebe bildet beispielsweise einen Kreislauf mit der Mikrolandwirtschaft, die auf Spinelli geplant wird. In Kooperation mit der Land Art Generator Initiative (kurz: LAGI) sollen Anlagen zur ressourcenschonenden Energiegewinnung entstehen, die wie wunderschöne, raumgreifende Kunstinstallationen aussehen. Umwelt- und Artenschutz spielt vor allem auf Spinelli eine bedeutende Rolle: Hier entsteht bis 2023 eine der größten Artenschutzgebiete der Metropolregion Rhein-Neckar.

>>HIER lesen Sie das vollständige Interview.

Hauptausschuss stimmt der vorgeschlagenen Seilbahn-Trasse zu  

Der Hauptausschuss der Stadt Mannheim hat sich für den vorgeschlagenen Trassenverlauf der Seilbahn ausgesprochen. Die temporäre Seilbahn wird von 14. April bis 08. Oktober 2023 die beiden Bundesgartenschau-Gelände Spinelli und Luisenpark miteinander verbinden. Beauftragt mit Bau, Betrieb und Rückbau wurde Doppelmayr Seilbahnen GmbH aus Österreich.

„Die Zustimmung des Hauptausschusses der Stadt Mannheim zur vorgeschlagenen Seilbahn-Trasse stellt für die Realisierung der BUGA 23 einen bedeutenden Schritt dar“, erklärt Michael Schnellbach, Geschäftsführer der Bundesgartenschau-Gesellschaft gGmbH. „Nach sorgfältiger Prüfung eventueller Alternativen blieb sowohl aus verkehrstechnischer Sicht als auch in Hinblick auf den Klimaschutz ist die Seilbahn als modernes und zugleich umweltschonendes Transportmittel der Zukunft die einzige sinnvolle Alternative, um die zwei getrennten Areale miteinander zu verbinden.
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