BUGA Mannheim 2023: Die Blumen kommen

Ersten Stauden im Luisenpark gepflanzt

Vor wenigen Tagen haben die ersten Pflanzungen der BUGA 2023 begonnen: Im Herzen des Luisenparks (BUGA 1975 und wieder BUGA 2023) entstehen zehn Staudenbeete. Jedes Beet, das ca. 90 Quadratmeter groß ist, wird von einem anderen Gärtner bestückt und gestaltet. Alle Gärtner treten im nationalen Staudenwettbewerb im Rahmen der Bundesgartenschau gegeneinander an.

Sie heißen „Gelber Scheinsonnenhut“ und „Brünierter Fingerhut“, „Weiße Küchen-schelle“ und „Prärie-Mannstreu“, „Silber-Edelraute“ und „Netzstern-Mädchenauge“ und werden sich zukünftig 90 Quadratmeter in trauter Einigkeit teilen. Angeordnet werden sie mit 24 weiteren Staudenarten von Till Hofmann und Fine Molz von der Firma „Die Staudengärtnerei“.

„Klima und Umwelt sind zwei unserer Leitthemen der BUGA 2023. Entsprechend spiegeln sie sich auch in allen unseren Pflanzkonzepten wider“, sagt Lydia Frotscher, DBG-Ausstellungsbevollmächtigte für die Gärtnerischen Ausstellungen dem Gelände. „Gerade Stauden sind bestens geeignet, dem Klimawandel und den daraus resultierenden heißeren, trockeneren Sommern zu begegnen. Daher freue ich mich besonders, dass die ersten Pflanzungen für einen Wettbewerb der BUGA die Stauden sind – und noch dazu hier an prominenter Stelle im Luisenpark stattfinden.“

Bereits im März hat das Team von Lydia Frotscher zusammen mit Ellen Oswald, Leiterin der gärtnerischen Abteilung des Stadtparks, rund um den Haupteingang des Luisenparks zehn Flächen festgelegt, welche die unterschiedlichen Lebensbereiche der Stauden berücksichtigen – von schattigen Gebieten über Gehölzränder bis hin zu sonnigen Plätzchen.

Eine solch sonnenverwöhnte Fläche bespielen Till Hofman und Fine Molz. Dafür haben sie Farben gewählt, die diesem Gemütszustand entsprechen: Zitronen- und Dottergelb, Weiß und Silbrig schimmern die Blüten zwischen grünen Halmen und Blättern. „Wir haben eine Art Matrix im Kopf, wie wir das Beet im Großen und Ganzen gestalten wollen und passen diese dann vor Ort noch einmal ganz genau den Gegebenheiten an“, erklärt Hofmann. Seit vielen Jahren arbeitet er mit seiner Partnerin auf diese Weise zusammen. In ihrer „Staudengärtnerei“ in Unterfranken haben sie sich vor allem auf Pflanzen für trockene Böden spezialisiert. „Dieses sonnige Eck hier im Luisenpark ist ein absolutes Sahnestückchen, das einfach perfekt zu unserem Sortiment passt“, freuen sich die beiden.

Die Staudenpflanzungen haben vergangene Woche begonnen und zwei weitere Beete sind bereits fertig: Den Anfang hat die Gärtnerei Schachtschneider mit einem Beet im Halbschatten gemacht; gefolgt von der Firma Stauden Junge, die ihre Fläche im tiefen Schatten u.a. mit verschiedenen Farnen, Maiapfel und Elfenblume ausgestattet hat.

„Wir schaffen keine künstliche Fläche, um bestimmte Pflanzen zu zeigen, sondern arbeiten mit den vorhandenen Böden, wie sie sind, und schauen, welche Pflanzen dort gedeihen. Das ist zeitgemäß und daraus können die Besucher einen Nutzen für ihre eigenen Gärten ziehen, sich Ideen und Tipps holen“, erklärt Ellen Oswald den Ansatz. „So tut man der Natur und sich selbst einen Gefallen, denn den Pflegeaufwand hält man auf diese Weise in Grenzen.“

Dass sie nur geringer Pflege bedürfen ist ein großer Vorteil von Stauden allgemein. Fine Molz und Till Hofmann, der viele Jahre am Hermannshof in Weinheim tätig war, haben ihre Wildstauden auch danach gewählt, dass sie nach dem ersten Einwachs-Jahr keine zusätzliche Bewässerung benötigen. Der Estrichsand, in dem die Pflanzen gesetzt werden, hält Feuchtigkeit langfristig im Boden und erschwert darüber hinaus auch noch das Ansetzen von Unkraut

„Die Stauden sollen zwar zur BUGA 23 auf den Punkt perfekt blühen, aber auch danach trotz geringer Pflegeintensität noch wunderschön aussehen“, erläutert Hofmann. „Daher haben wir Stauden ausgesucht, die am schönsten aussehen, wenn sie kompakt bleiben und nicht allzu groß werden.“ Gräser wie die sogenannte „Weiße Segge“ beispielsweise imitieren eine Art Rasen-Effekt.

Die allseits gepriesene Insektenfreundlichkeit der Stauden ist ein weiterer großer Pluspunkt für Natur und Klima. Aufgrund der durchdachten Zusammenstellung der Pflanzen in den Staudenbeeten des Luisenparks reicht die Blütenabfolge bis weit in den Herbst hinein. Entsprechend verlängert sich so die Zeitdauer, in der Wildbienen, Schmetterlinge und Falter ein gutes Nahrungsangebot vorfinden.

Nun schauen „Polster-Nachtkerze“ und „Kokardenblume“, „Neuengland-Prachtscharte“, „Schafgarbe“ und „Bergminze“ gespannt den Bewertungen der Preisrichter entgegen. Der erste wird bereits diesen November stattfinden – der dritte und letzte spätestens im März 2023, kurz vor der Eröffnung der Bundesgartenschau.

Vom Klimapavillon zur Mikrolandwirtschaft der Zukunft - Michael Schnellbach im Interview

Die BUGA Mannheim 2023 ist ein Inkubator, ein Versuchlabor für das Grün von Morgen, das mit wandelndem Klima, einer rasant veränderten Gesellschaft und dem strikten Bewahren von Ressourcen beschäftigt sein wird. Wir trafen den Geschäftsführer Michael Schnellbach auf dem Gelände, auf dem einst Panzer fuhren und nun grüne Zukunft gedacht wird.

Mit 62 Hektar auf Spinelli, der aufgelassenen amerikanischen Militärbrache und 42 Hektar Luisenpark in Mannheims City haben Sie die zweitgrößte Gesamtfläche zu bespielen, die ja mit einer BUGA entwickelt wurde. Wie schleusen Sie die Besucher?

Wir sind gerade dabei das Verkehrsmanagementkonzept für die BUGA23 mit dem Ingenieurbüro SHP Ingenieure und den zuständigen Akteuren der aus Verwaltung, Polizei  und Nahverkehr zu erarbeiten. Die Experten prüfen derzeit, wie unsere Ideen und die prognostizierten Zahlen zum Besucheraufkommen umsetzbar sein könnten. Das Konzept wird bis Jahresende vorliegen.

Natürlich planen wir auch entsprechende Parkplatzkapazitäten für Reisebusse und Individualverkehr, den wir jedoch so gering wie möglich halten möchten. Parkplätze bieten wir direkt an der Autobahn rund um den Flughafen Mannheim an, wo rund 10.000 Parkplätze vorhanden sind. Von dort werden die Besucher*innen mit E-Bussen zum Spinelli-Gelänge geshuttelt. Eine Seilbahn verbindet das Gelände mit dem Luisenpark. . . . .

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