Acht Ministerien Baden-Württembergs kommen zum Vor-Ort-Termin

Das Interesse der Ministerien des Landes war riesengroß: Delegationen von acht Landesministerien aus Baden-Württemberg sind im Oktober 2021 der Einladung von Staatssekretärin Sabine Kurtz, Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, gefolgt und haben das BUGA 23-Gelände auf Spinelli besichtigt.

„Endlich konnten sich die Vertreterinnen und Vertreter aller Ministerien des Landes Baden-Württemberg bei einem Besuch in Mannheim persönlich von dem überzeugen, was auf dem Spinelli Gelände heranwächst. Die Erläuterungen von Michael Schnellbach und Hanspeter Faas zu den Vorbereitungen der Bundesgartenschau bei einem Rundgang über das Gelände machten großen Eindruck. Wir haben viele Impulse von Michael Schnellbach und seinem Team erhalten, wie die Ministerien ihre Beiträge im Sommer 2023 zu den Leitthemen Klima, Umwelt, Energie und Nahrungssicherung ausgestalten können. Wir alle wollen gerne die BUGA in Mannheim als Schaufenster für die gesamte Bevölkerung nutzen, um sich mit der Zukunftsfrage ‚Wie wollen wir leben?‘ zu beschäftigen“, sagt Sabine Kurtz MdL, Staatssekretärin im Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg, die zu diesem Treffen eingeladen und die Federführung übernommen hatte. Unter regelmäßigen Besucher*innen von Landes- und Bundesgartenschauen ist der Treffpunkt Baden-Württemberg bekannt. Auf der BUGA 23 wird er in der markanten U-Halle verortet sein. Darüber hinaus plant die BUGA mit mehreren Ministerien Ausstellungsbeiträge auf dem Experimentierfeld nördlich der U-Halle.

Rund um die Leitthemen Klima, Umwelt, Energie und Nahrungssicherung werden hier außergewöhnliche Forschungsprojekte präsentiert. Darunter auch das neuartige autonome Fahrkonzept namens U-Shift, das elektrisch betrieben wird und ganz ohne Fahrer auskommt. Auf Spinelli soll eine Teststrecke entstehen.

Eine Vielzahl visionärer Projekte, die das Land verfolgt, sind unter dem Stichwort „Bioökonomie“ versammelt. Mit Bioökonomie ist eine nachhaltige Form des Wirtschaftens gemeint, die auf der effizienten Nutzung von biologischen Ressourcen wie Pflanzen, Tieren und Mikroorganismen basiert. Das Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz und das Umweltministerium Baden-Württemberg planen gemeinsam die Verortung eines Forschungsprojekts auf dem BUGA-Gelände, das Energie aus Urin gewinnt.

Der Austausch mit den Ministerien zur programmatischen Beteiligung der Häuser startete bereits im November 2020 per Videokonferenz. Nach einem weiteren Online-Termin war nun der Besuch für einige Beteiligten der erste Vor-Ort-Termin auf Spinelli. Auf der einstündigen Geländebegehung unter Leitung von BUGA 23-Geschäftsführer Michael Schnellbach konnten sich die Beteiligten einen guten Überblick über die Fläche verschaffen und alle offene Fragen klären.

Mannheim nun offiziell die nächste BUGA Stadt

Seit dem 10. Oktober ist es offiziell und jetzt auch in Mannheim weithin sichtbar: Wir sind BUGA! Im Rahmen der Abschluss-Veranstaltung der BUGA Erfurt am Sonntag, 10.10.2021, wurde der Staffelstab symbolisch an Mannheim übergeben.

Um den Wasserturm am Friedrichsplatz zieren seit Dienstag, 12.10.2021 BUGA-Banner die Bauzäune. Am Rathaus wurden heute Vormittag die amtlichen BUGA-Fahnen der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft (DBG) zwischen zwei pinkfarbenen BUGA 23-Disteln entrollt.

„Mannheim ist jetzt ganz offiziell BUGA-Stadt 2023. Unsere BUGA 23 wird nicht „nur“ eine Ausstellung für Gartenbau sein, sondern das Kernstück eines ökologischen Stadtentwicklungsprozesses, der Mannheim nachhaltig verändern wird. Die BUGA 23 wird ein Experimentierfeld sein für die Themen Klima, Umwelt, Energie und Nahrungssicherung und damit ein nachhaltiges Generationen-Projekt, das sich mit der Frage beschäftigen wird, wie wir in Zukunft leben wollen“, erklärt Dr. Peter Kurz, Oberbürgermeister der Stadt Mannheim und Aufsichtsratsvorsitzender der BUGA 23 gGmbH.

Groß ist die Freude auch bei Michael Schnellbach, Geschäftsführer der BUGA 23 Mannheim: „Die symbolische Staffelübergabe war DER Meilenstein 2021 für uns. Jetzt sind wir ganz offiziell die amtierende BUGA-Stadt. Dieser symbolträchtige Akt wird eine enorme Kraft entwickeln – ins Innere des BUGA 23-Projekts und auch nach außen, weit über die Grenzen von Stadt und Region hinaus.“

Die Bundesgartenschau wird an 178 Tagen vom 14.04. bis 08.10.2023 in Mannheim stattfinden und auf Spinelli und Luisenpark über 100 Hektar Fläche bespielen. Die beiden Ausstellungsgelände werden für die Dauer der BUGA 23 mit einer Seilbahn über den Neckar hinweg verbunden sein.

BUGA Mannheim 2023: Die Blumen kommen

Ersten Stauden im Luisenpark gepflanzt

Vor wenigen Tagen haben die ersten Pflanzungen der BUGA 2023 begonnen: Im Herzen des Luisenparks (BUGA 1975 und wieder BUGA 2023) entstehen zehn Staudenbeete. Jedes Beet, das ca. 90 Quadratmeter groß ist, wird von einem anderen Gärtner bestückt und gestaltet. Alle Gärtner treten im nationalen Staudenwettbewerb im Rahmen der Bundesgartenschau gegeneinander an.

Sie heißen „Gelber Scheinsonnenhut“ und „Brünierter Fingerhut“, „Weiße Küchen-schelle“ und „Prärie-Mannstreu“, „Silber-Edelraute“ und „Netzstern-Mädchenauge“ und werden sich zukünftig 90 Quadratmeter in trauter Einigkeit teilen. Angeordnet werden sie mit 24 weiteren Staudenarten von Till Hofmann und Fine Molz von der Firma „Die Staudengärtnerei“.

„Klima und Umwelt sind zwei unserer Leitthemen der BUGA 2023. Entsprechend spiegeln sie sich auch in allen unseren Pflanzkonzepten wider“, sagt Lydia Frotscher, DBG-Ausstellungsbevollmächtigte für die Gärtnerischen Ausstellungen dem Gelände. „Gerade Stauden sind bestens geeignet, dem Klimawandel und den daraus resultierenden heißeren, trockeneren Sommern zu begegnen. Daher freue ich mich besonders, dass die ersten Pflanzungen für einen Wettbewerb der BUGA die Stauden sind – und noch dazu hier an prominenter Stelle im Luisenpark stattfinden.“

Bereits im März hat das Team von Lydia Frotscher zusammen mit Ellen Oswald, Leiterin der gärtnerischen Abteilung des Stadtparks, rund um den Haupteingang des Luisenparks zehn Flächen festgelegt, welche die unterschiedlichen Lebensbereiche der Stauden berücksichtigen – von schattigen Gebieten über Gehölzränder bis hin zu sonnigen Plätzchen.

Eine solch sonnenverwöhnte Fläche bespielen Till Hofman und Fine Molz. Dafür haben sie Farben gewählt, die diesem Gemütszustand entsprechen: Zitronen- und Dottergelb, Weiß und Silbrig schimmern die Blüten zwischen grünen Halmen und Blättern. „Wir haben eine Art Matrix im Kopf, wie wir das Beet im Großen und Ganzen gestalten wollen und passen diese dann vor Ort noch einmal ganz genau den Gegebenheiten an“, erklärt Hofmann. Seit vielen Jahren arbeitet er mit seiner Partnerin auf diese Weise zusammen. In ihrer „Staudengärtnerei“ in Unterfranken haben sie sich vor allem auf Pflanzen für trockene Böden spezialisiert. „Dieses sonnige Eck hier im Luisenpark ist ein absolutes Sahnestückchen, das einfach perfekt zu unserem Sortiment passt“, freuen sich die beiden.

Die Staudenpflanzungen haben vergangene Woche begonnen und zwei weitere Beete sind bereits fertig: Den Anfang hat die Gärtnerei Schachtschneider mit einem Beet im Halbschatten gemacht; gefolgt von der Firma Stauden Junge, die ihre Fläche im tiefen Schatten u.a. mit verschiedenen Farnen, Maiapfel und Elfenblume ausgestattet hat.

„Wir schaffen keine künstliche Fläche, um bestimmte Pflanzen zu zeigen, sondern arbeiten mit den vorhandenen Böden, wie sie sind, und schauen, welche Pflanzen dort gedeihen. Das ist zeitgemäß und daraus können die Besucher einen Nutzen für ihre eigenen Gärten ziehen, sich Ideen und Tipps holen“, erklärt Ellen Oswald den Ansatz. „So tut man der Natur und sich selbst einen Gefallen, denn den Pflegeaufwand hält man auf diese Weise in Grenzen.“

Dass sie nur geringer Pflege bedürfen ist ein großer Vorteil von Stauden allgemein. Fine Molz und Till Hofmann, der viele Jahre am Hermannshof in Weinheim tätig war, haben ihre Wildstauden auch danach gewählt, dass sie nach dem ersten Einwachs-Jahr keine zusätzliche Bewässerung benötigen. Der Estrichsand, in dem die Pflanzen gesetzt werden, hält Feuchtigkeit langfristig im Boden und erschwert darüber hinaus auch noch das Ansetzen von Unkraut

„Die Stauden sollen zwar zur BUGA 23 auf den Punkt perfekt blühen, aber auch danach trotz geringer Pflegeintensität noch wunderschön aussehen“, erläutert Hofmann. „Daher haben wir Stauden ausgesucht, die am schönsten aussehen, wenn sie kompakt bleiben und nicht allzu groß werden.“ Gräser wie die sogenannte „Weiße Segge“ beispielsweise imitieren eine Art Rasen-Effekt.

Die allseits gepriesene Insektenfreundlichkeit der Stauden ist ein weiterer großer Pluspunkt für Natur und Klima. Aufgrund der durchdachten Zusammenstellung der Pflanzen in den Staudenbeeten des Luisenparks reicht die Blütenabfolge bis weit in den Herbst hinein. Entsprechend verlängert sich so die Zeitdauer, in der Wildbienen, Schmetterlinge und Falter ein gutes Nahrungsangebot vorfinden.

Nun schauen „Polster-Nachtkerze“ und „Kokardenblume“, „Neuengland-Prachtscharte“, „Schafgarbe“ und „Bergminze“ gespannt den Bewertungen der Preisrichter entgegen. Der erste wird bereits diesen November stattfinden – der dritte und letzte spätestens im März 2023, kurz vor der Eröffnung der Bundesgartenschau.

Vom Klimapavillon zur Mikrolandwirtschaft der Zukunft - Michael Schnellbach im Interview

Die BUGA Mannheim 2023 ist ein Inkubator, ein Versuchlabor für das Grün von Morgen, das mit wandelndem Klima, einer rasant veränderten Gesellschaft und dem strikten Bewahren von Ressourcen beschäftigt sein wird. Wir trafen den Geschäftsführer Michael Schnellbach auf dem Gelände, auf dem einst Panzer fuhren und nun grüne Zukunft gedacht wird.

Mit 62 Hektar auf Spinelli, der aufgelassenen amerikanischen Militärbrache und 42 Hektar Luisenpark in Mannheims City haben Sie die zweitgrößte Gesamtfläche zu bespielen, die ja mit einer BUGA entwickelt wurde. Wie schleusen Sie die Besucher?

Wir sind gerade dabei das Verkehrsmanagementkonzept für die BUGA23 mit dem Ingenieurbüro SHP Ingenieure und den zuständigen Akteuren der aus Verwaltung, Polizei  und Nahverkehr zu erarbeiten. Die Experten prüfen derzeit, wie unsere Ideen und die prognostizierten Zahlen zum Besucheraufkommen umsetzbar sein könnten. Das Konzept wird bis Jahresende vorliegen.

Natürlich planen wir auch entsprechende Parkplatzkapazitäten für Reisebusse und Individualverkehr, den wir jedoch so gering wie möglich halten möchten. Parkplätze bieten wir direkt an der Autobahn rund um den Flughafen Mannheim an, wo rund 10.000 Parkplätze vorhanden sind. Von dort werden die Besucher*innen mit E-Bussen zum Spinelli-Gelänge geshuttelt. Eine Seilbahn verbindet das Gelände mit dem Luisenpark. . . . .

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