Neue Parkmitte im Luisenpark

Die Arbeiten sind in vollem Gange: Nicht nur auf Spinelli wird wandelt sich das Bild auf den Baustellen täglich. Auch im Luisenpark wird auf Hochtouren gearbeitet. Dort entstehen die künftige Unterwasserwelt und Gastronomie, die Pinguinanlage, das Südamerika- und Pflanzenschauhaus sowie die Seilbahnstation.

Rund um den südlichen Teil wird in verschiedenen Abschnitten die Neue Parkmitte des Luisenparks gebaut mit großzügigen Gebäuden und Erlebnisräumen, die neue Arten der Begegnung zwischen Mensch und Tier erlauben. Eine Unterwasserwelt entsteht mit darüberliegendem Gastronomiebereich, außerdem eine begehbare Freiflug-voliere sowie eine neue Pinguinanlage.

„Alle Neubauten sind so geplant, dass sie sich sanft in die bestehende Landschaft und Pflanzenwelt des Parks einbetten, dessen ganzjährige Nutzbarkeit weiterentwickeln und dem Luisenpark im Zentrum ein neues, zeit-gemäßes Gesicht geben – zur Bundesgartenschau 2023 und darüber hinaus“, betont Parkdirektor Joachim Költzsch. „Mit der Umsetzung dieses ersten großen Bauabschnitts wird ein neuer attraktiver Anziehungspunkt zur Bundesgartenschau in Mannheim entstehen. Der Luisenpark wird sich als einer von zwei Veranstaltungsorten der BUGA innovativ und zukunftsorientiert präsentieren“, freut sich Michael Schnellbach, Geschäftsführer der BUGA Mannheim 2023. 

Rohbau abgeschlossen

In der Neuen Parkmitte ist der Rohbau im vorderen Bereich bei Unterwasserwelt und darüberliegendem Restau-rant abgeschlossen. Noch finden letzte Abdichtungs- und Dämmarbeiten statt, doch kann man sich bereits gut vorstellen, welche Blickachsen es geben wird.

Die auskragenden Vordächer, die Unterwasserwelt und Freiflugvoliere später miteinander verbinden und um-fließen werden, sind im vorderen Bereich fertiggestellt. Die großen Stützen und Verschalungen, die als Hilfe zum Gießen der Beton-Vordächer dienen, wandern nun sukzessive in Richtung Freiflugvoliere weiter, wo bereits die Bodenplatte gegossen wurde. Nächster Schritte ist hier die Aufstellung der bis zu 13 Meter hohen Pylonen, um die dann das filigrane Stahlseilnetz gespannt wird.

Im Pinguinbecken sind die drei riesigen Panoramascheiben eingebaut, das Becken wurde mit Wasser gefüllt um die Dichtigkeit zu testen. Ab Oktober wird der Kunstfels im Pinguinpool modelliert, der optisch dem Naturstein an Land entsprechen wird. Landschaftsbauer sind damit beschäftigt, die Umgebung der Pinguinanlage und den Weg am Ufer entlang zu formen.

Die letzte Baustelle im Park, die Errichtung der Seilbahnstation für die BUGA Mannheim 2023 auf der Freizeitwiese, ist in vollem Gange. Andere Arbeiten dagegen konnten schon abgeschlossen werden, etwa die Verlegung der Ab-wasserwärmeleitungen quer über die Freizeitwiese. Hier wurde der Bauzaun entfernt und Rasen neu eingesät.
Bis zur BUGA wird von den Erdarbeiten nichts mehr zu sehen sein.


Faszinierende Dimension

Landschaftsarchitekt Stephan Lenzen spricht über die Planung des Spinelli-Geländes der BUGA Mannheim 2023

Wie sind Sie bei dieser Planung vorgegangen?
Die Idee ist aus dem Ort entstanden. Aus der Vorstellung, eine Kaserne zu entfernen und einen Landschaftsraum daraus zu machen. Wir arbeiten mit minimalen Eingriffen, versuchen, das Gelände nicht zu stark zu überformen sondern das zu nutzen, was da ist. Wir versuchen, alte Wege wieder zu verbinden, die vor der Zeit der militärischen Nutzung zwischen den Ortschaften und den Siedlungsräumen bestanden haben. Wir versuchen, Strukturen zu initiieren, so dass sie alleine wachsen. Es ist ein reduzierter Entwurf, weil das Landschaftliche im Vordergrund steht. Das Ziel ist es, Frischluft in die Stadt zu bringen.

Was war die größte Herausforderung bei der Planung?
Die Dimension. Sich vorzustellen, wie das Gelände aussieht, wenn die Kasernen- und Lagergebäude weg sind. Es ist heute unglaublich weit, man kann schnell die Orientierung verlieren. Und es war eine Herausforderung, die Balance hinzubekommen, zwischen der Weite und den intensiv gestalteten, für den Menschen in der Freizeit nutzbaren Bereiche in den Übergangszonen zum Siedlungsraum. Das Gelände ist ja ist nicht prädestiniert für ein Gartenschau.

Wie bewerten Sie es im Vergleich zu den Arealen anderer Gartenschauen?
Die Weite, Größe und Dimension sind faszinierend. Aber für eine Veranstaltung, bei der es um Intensität geht, die man durch Enge erzeugt, durch eine schnelle Abfolge von Attraktionen, visuellen und erlebbaren Erfahrungen, ist so ein Raum eine größere Herausforderung. Eigentlich gibt es bei Gartenschauen immer einen Rahmen, Bezüge zur Umgebung. Bei der BUGA Koblenz 2011 war das die städtische Struktur. Hier ist erst einmal Leere.

Wie platziert man eine Gartenschau im leeren Raum?
Das gesamte Gelände zu integrieren wäre zu viel, die Wege wären zu weit. So ist der intensive Ausstellungsbereich nur ein Teil des Areals und es ist gut, dass man die Qualität des Offenen lässt. Im Umfeld der U-Halle findet die intensive, temporäre Ausstellung statt, auch die Parkschalen mit den Freizeitbereichen sind intensiv. Aber den anderen Raum haben wir einfach Raum sein lassen. Wer dafür ein Gespür hat, eine Faszination empfindet, der wird dann hingehen und die Dimensionen auf sich wirken lassen.

Spinelli lebt vom Kontrast?
Das ist die Hauptidee im Entwurf. Die intensiven Flächen stehen einem „Nichts“ gegenüber. Dieses Nichts ist aber bewusst gewählt. Man hätte zum Beispiel Inseln reinlegen können, die bespielt werden. Mir war aber klar: wenn schon, dann radikal. Und ich glaube, dass der Raum viel Platz für Naturerfahrung bietet, wir haben Biotope für Vögel, Insekten, Eidechsen. Durch das Naturerlebnis wird er aufgewertet. Die Entscheidung, auf dem Gelände nicht zu bauen, sondern Grün zu machen, das ist aus meiner Sicht die eigentliche Leistung.

Eine Entscheidung fürs Stadtklima?
Ja. Hier entsteht ein großer, zusammenhängender Landschaftsraum, der neu ist. Die Biotope gab es, Sandbienen waren auch schon da. Aber es standen noch die Gebäude dort. Ich rechne es der Stadt Mannheim und der Politik hoch an: Es ist eine radikale Entscheidung, es frei zu lassen und in einer dichtbesiedelten Region wie dem Rhein-Main-Gebiet überhaupt nicht selbstverständlich. Auch wenn Städte ihre Klima-Resilienz über den Freiraum hinbekommen müssen. Dieses Votum für die Landschaft ist das Besondere an diesem Projekt. Wertschöpfung ist in diesem Fall anders vonstattengegangen als oftmals üblich, aber der Wert ist für die Menschen in der Stadt mindestens genauso hoch.

Wie wirkt sich der Freiraum auf das städtische Klima aus?
Durch den Abbau der Kasernen ist ein Frischluftkorridor entstanden. Der soll erhalten bleiben, so kam es zum Konzept der „offenen Mitte“. Denn zu viele Bäume hätten zu viel Luftwiderstand gegeben, aus dem Grund wird auch der rechte Riegel der U-Halle zurückgebaut bis auf das Gerüst. Es geht um Zehntelgrade, die das Klima in der Stadt positiv beeinflusst wird. Denn durch die Gestaltung nimmt der Kaltluftvolumenstrom zu. Das zeigt ein Klimagutachten zum Grünzug Nordost. Wir wissen heute, dass auch Zehntelgrade schon eine Bedeutung haben.

Welche Bedeutung hat die U-Halle für die Planung?
Für mich ist sie der Symbolbaukörper für die Vergangenheit und ich bin froh, dass sie erhalten blieb. Nicht die Architektur an sich ist besonderes, aber ihre Form und Dimension. Das passt gut in diesen Raum. Auch das Auflösen des Gebäudes gehört dazu, dass Grün hineingeht, das war schon die Idee im Wettbewerb. Im Sinne der Nachhaltigkeit werden übrigens die Materialien der U-Halle wiederverwertet.
Nachhaltigkeit spielt eine zentrale Rolle bei dieser Bundesgartenschau…
Nachhaltig ist schon der Gedanke, wie man mit dem Areal umgeht. Wir schaffen große Flächen für Biotope. Nicht irgendwo ein paar Ecken, sondern es ist Programm. Nachhaltig ist auch, dass durch die BUGA die Planungs- und Bauprozesse deutlich schneller gehen als ohne eine Gartenschau. Die Hitzeeinsparung und Niederschlagsversickerung zum Beispiel haben wir ja ein paar Jahre früher, als es sonst der Fall gewesen wäre.

Die Fläche, die Weite, die U-Halle, das Einbinden vorhandener Strukturen – was zählt noch zu den Highlights?
Die Parkschalen, die klassisch „Park“ sind, mit Bäumen, aber auch Retentionsflächen für den Siedlungsraum. Hier finden sich Sportflächen, es gibt kurze Wege zur Siedlung, die Bäume werden, wenn sie größer sind, wie ein Filter vor der bebauten Fläche stehen. Auf dem Plan wirkt dieser Bereich wie eine Schale, aber wenn man alles zusammenaddiert, kommt man auf die Größe eines großen Stadtparks. Ein weiteres Highlight ist aber auch der Steg, den wir am Höhensprung der alten Neckarschleife bauen. Vom Steg blickt man zurück in die Stadt mit dem Fernmeldeturm, der zur Zeit der BUGA Mannheim 1975 gebaut wurde. Man sieht aber auch die Auen und Gewässer. Gleichzeitig ist es der Übergang über die Straße. Und dann gibt es noch den Radschnellweg, der Mannheim mit den neuen Siedlungsräumen verbindet. Der ist nicht so spektakulär, hat aber auch mit Ökologie und neuer Mobilität zu tun.

Wie steht Spinelli dem Luisenpark gegenüber?
Wir wollen bei der BUGA Mannheim 2023 eine Dualität spielen – der klassische, bis ins kleinste Detail perfekt gestaltete Luisenpark, auf der anderen Seite Spinelli mit einer ganz anderen Formensprache und Ästhetik. Für uns ist der Luisenpark ein Bezug zur Vergangenheit, Spinelli ein Blick in die Zukunft.

Welche Rolle spielt das sechsmonatige Fest der Bundesgartenschau?
In der öffentlichen Wahrnehmung wird eine BUGA immer auf das Fest reduziert, was den eigentlichen Hintergrund der Gartenschau verkennt. Aber ich schätze das Fest als wichtigen Bestandteil des Instrumentes, ohne das würde es nicht funktionieren. Ein Eröffnungsdatum ist ein Druckmittel, denn keine Stadt will sich blamieren, wenn der Bundespräsident kommt!  

Sie haben bereits etliche Gartenschauen geplant – was reizt Sie daran?
Ich schätze die Besonderheit und Einmaligkeit des Instrumentes Gartenschau, da es mir als Landschaftsarchitekt erlaubt, federführend große Stadträume oder Landschaftsräume zu planen und zu entwickeln. Über einen sehr kompakten Zeitraum mit einer intensiven, guten ergänzenden fachlichen Begleitung durch die jeweilige Gartenschaugesellschaft. Es besteht immer ein hoher Anspruch an diese Flächen, man setzt sich mit zeitgenössischen Themen auseinander, und in der Ausführung und Materialverwendung wird das Besondere zugelassen. Auf diesem hohen Niveau können wir sonst nur sehr selten Landschaftsarchitektur betreiben. Es ist eine Aufgabe, die nicht vom reinen Pragmatismus geprägt ist, in diesem Kontext liebe ich diese Projekte! Natürlich sind es auch über lange Jahre lukrative Aufträge. Aber: so ein Projekt schweißt auch die grünen Berufe zusammen und es entstehen Freundschaften.

Die Fragen stellte Ina Sperl / DBG.

 

Der Vertrieb ist eine der größten Herausforderungen für eine erfolgreiche Bundesgartenschau. Wie organisiert sich Mannheim dazu?

Wir fragten das engagierte Dreier-Team: Susanne Schlung, Teamleitung Vertrieb & Besucherservice der BUGA23, Gregor Rummel, Leitung Vertrieb Visit Mannheim/Tourismus Stadt Mannheim GmbH und Astrid Werner, Vertrieb/Bustouristik

Zur BUGA Mannheim 2023 gehen Stadtmarketing und BUGA-Vertrieb eine Kooperation für die Gruppentouristik ein. Ein neues Modell? Denn bislang wurde das Einwerben der Reiseveranstalter nur von der BUGA Gesellschaft betrieben. Welche Synergieeffekte entstehen?

Beide Partner verfolgen ein gemeinsames Ziel: die BUGA 23 nachhaltig für den Tourismus zu nutzen. Zentrale Ziele der Kooperation sind daher zum einen der touristische Vertrieb und Verkauf von Eintrittskarten für die BUGA 23 und zum anderen die nachhaltige Nutzung der BUGA 23 als Magnet und Aufhänger für die touristische Vermarktung Mannheims für die Folgejahre. Aus diesem Grund wurde mit der Kooperation ein umfangreiches Paket von gegenseitigen Leistungen geschnürt. Andere Städte haben die vertriebliche Vermarktung der BUGA innerhalb der BUGA-Gesellschaft belassen. Wir wollten das in Mannheim ganz bewusst nicht. Das durch ein solches Megaevent zusätzlich gewonnene vertriebliche Know-how im Tourismus soll auch nach der Bundesgartenschau genutzt werden. Des Weiteren werden die bereits bestehenden touristischen Kontakte in die Vertriebsarbeit für die BUGA 23 integriert. Auch bei der Kommunikation nach außen arbeiten die Tourismus Stadt Mannheim GmbH und die BUGA 23 gGmbh eng zusammen: Dies betrifft die Durchführung von Pressereisen, die Außendarstellung auf den Webseiten, die Netzwerkarbeit in der Metropolregion Rhein-Neckar sowie die touristische Vermarktung bei Fachmessen und vertrieblichen Veranstaltungen

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BUGA Mannheim 2023: Die Seilbahn kann kommen

Ab Juni darf gebaut werden: Der Planfeststellungsbeschluss zum Bau und Rückbau der Seilbahnanlage für die BUGA 23 ist ergangen. Das Regierungs-präsidium Karlsruhe als Genehmigungsbehörde hat den Bescheid übermittelt.

Die Seilbahn wird den Luisenpark Mannheim mit dem Spinelli-Gelände verbinden und so den Besuch der beiden Bundesgartenschau-Gelände erleichtern. „Mit dem Planfeststellungsbeschluss ist ein wichtiger Meilenstein zu Beginn dieses Jahrs erreicht. Jetzt können die vorbereitenden baulichen Maßnahmen starten und wir bleiben im Zeitplan“, freute sich BUGA 23 Geschäftsführer Michael Schnellbach.

Auch Projektleiterin Nadine Haas vom Seilbahnanbieter Doppelmayr ist zufrieden: „Mit dem Planfeststellungs-beschluss fällt der Startschuss für ein sorgfältig geplantes Projekt. Wir freuen uns, dass es nun in die Phase der Umsetzung gehen kann, sodass wir die Seilbahn bis zur Eröffnung der Bundesgartenschau fertigstellen und in Betrieb nehmen können. Unser Dank geht an die Bundesgartenschau gGmbH für das Vertrauen, das in die Leistungsfähigkeit der Doppelmayr Seilbahnen GmbH gesetzt wird.“

Regierungspräsidentin Sylvia M. Felder ist vom Nutzen der Anlage überzeugt, die eine Verkehrsverbindung zwischen den beiden Bundesgartenschau-Geländen schaffen wird: „Diese kurze und direkte Verbindung ist attraktiv und barrierefrei und wird das Verkehrsaufkommen während der Dauer der Bundesgartenschau in
einer ganz besonderen Form auffangen.“

Zudem soll die Seilbahn äußerst nachhaltig gebaut werden, Teile davon stammen aus der temporären Seilbahnanlage in Almere, Niederlande, wo die Internationale Gartenschau „Floriade Expo 2022“ stattfindet.
Auch nach der Gartenschau in Mannheim wird die Seilbahn weiterverwendet.

Die vorbereitenden Arbeiten für die Seilbahn beginnen im März, die zehn Stützen werden im Sommer gesetzt,
im Herbst werden die Stationen montiert und das Stahlseil eingezogen. Bei der Seilbahn handelt es sich um eine Einseilumlaufbahn mit Antriebsstation auf Spinelli. Bis zu 2800 Personen können pro Stunde in den 64 barriere-freien Kabinen befördert werden. Etwa sieben Minuten wird die Fahrt mit der Seilbahn dauern, die mit Ökostrom angetrieben wird.

Projektleiterin Nadine Haas: „Ganz sicher wird die Seilbahnfahrt ein Highlight und ein sehr nachhaltiges Erlebnis für alle Gäste der BUGA 23.“

Botanisch und ökologisch noch vielfältiger: der Luisenpark zur BUGA 2023

Ein Gespräch mit Ellen Oswald, Leiterin der gärtnerischen Abteilung

Ellen Oswald ist begeisterte Gärtnerin, Planerin und Leiterin ihrer Teams im Luisenpark in Mannheim. Im Augenblick auf Hochtouren unterwegs, um alle Neupflanzungen und Ergänzungen hinzubekommen, die den Luisenpark zur BUGA 2023 glänzen lassen sollen. Wir trafen sie zwischen Baustellen im Gelände: Multitasking.

DBG:  Für alle, die noch Informations-Nachholbedarf haben: Welche Flächen im Luisenpark werden im Zuge der BUGA 2023 überarbeitet oder entstehen neu?

Ellen Oswald: Die gewachsene Parkanlage mit unterschiedlichster Flora und Fauna und altem Baumbestand war bereits 1975 wesentlicher Bestandteil der ersten Bundesgartenschau. Damals wurde der Park nach den Plänen der Landschaftsarchitekten Wagenfeld, Leipacher und Boyer rundum erneuert und hat jene viel gelobten Sichtachsen erhalten, die heute seine Gestalt prägen. Bis zur BUGA 23 wird der Luisenpark schon im Eingangsbereich mit großzügigen zehn 90 qm großen Staudenbeeten zu verschiedenen Standorten und Klimabedingungen aufwarten (Schatten, Sonne, feuchter oder trockener Standort). Die Gärten wurden von der jeweiligen Staudengärtnerei selbst angelegt. Hier wird auch der Staudenwettbewerb durchgeführt. Ein Staudenpavillon in der Nähe informiert mit Beschreibungen der jeweiligen Beete und man kann eine Pflanzenliste mit nachhause nehmen. Besondere Attraktionen finden Besucher 2023 in der neuen Parkmitte. Dazu wird das Pflanzenschauhaus von 1958 neu eingedeckt und mit neuer Technik ausgestattet. Bislang war es mit undurchsichtigen Kunststoffstegplatten eingedeckt – nun werden sie in Glas ersetzt, so das man schon von außen die Attraktionen im Haus wahrnehmen kann. Auch das terrassierte Seerosenbecken davor wird saniert: zur Verbesserung des Wassers hat man ein Becken mit submersen Unterwasserpflanzen etabliert, die wie eine Klärzone wirken. Mittels Pumpen und den Durchlauf durch mehrere Becken kann die Wasserqualität wesentlich verbessert werden. In der neuen Parkmitte wird es aber auch neue Erlebnisräume wie z.B. eine moderne Unterwasserwelt geben - auch die Pinguine beziehen ein neues Zuhause. Dazu kommen eine Großflugvoliere und ein neues Südamerikahaus. Es wird mit wiesenhaften Staudenpflanzen und Schmetterlingsblühern umpflanzt. Im Hofbereich geht es dann ganz mediterran zu: Oliven, Lagerstoemia und Pflanzenkombinationen wie in der Garrigue zaubern einen eigenen Charakter. Um die Parkmitte herum gibt es natürlich noch mehr Neupflanzungen, so z. B. im Rhododendrongarten, in dem 2023 vor allem 200 neue Sorten präsentiert werden, zu denen man z. B. mit Unterpflanzungen und Kombinationen von winterharten Fuchsien zeigt, wie eine Rhododendronecke ganzjährig attraktiv sein kann. Und dann ist unbedingt noch unser neuer Kameliengarten erwähnenswert, mit dem wir uns zur BUGA bei der Kameliengesellschaft als „Gardens of Excellence“ beworben haben. Auch die Päonienpflanzungen  - alte wie neue  - werden zur BUGA  - beginnend mit den Suffruticosas – die Besucher begeistern. 

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Acht Ministerien Baden-Württembergs kommen zum Vor-Ort-Termin

Das Interesse der Ministerien des Landes war riesengroß: Delegationen von acht Landesministerien aus Baden-Württemberg sind im Oktober 2021 der Einladung von Staatssekretärin Sabine Kurtz, Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, gefolgt und haben das BUGA 23-Gelände auf Spinelli besichtigt.

„Endlich konnten sich die Vertreterinnen und Vertreter aller Ministerien des Landes Baden-Württemberg bei einem Besuch in Mannheim persönlich von dem überzeugen, was auf dem Spinelli Gelände heranwächst. Die Erläuterungen von Michael Schnellbach und Hanspeter Faas zu den Vorbereitungen der Bundesgartenschau bei einem Rundgang über das Gelände machten großen Eindruck. Wir haben viele Impulse von Michael Schnellbach und seinem Team erhalten, wie die Ministerien ihre Beiträge im Sommer 2023 zu den Leitthemen Klima, Umwelt, Energie und Nahrungssicherung ausgestalten können. Wir alle wollen gerne die BUGA in Mannheim als Schaufenster für die gesamte Bevölkerung nutzen, um sich mit der Zukunftsfrage ‚Wie wollen wir leben?‘ zu beschäftigen“, sagt Sabine Kurtz MdL, Staatssekretärin im Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg, die zu diesem Treffen eingeladen und die Federführung übernommen hatte. Unter regelmäßigen Besucher*innen von Landes- und Bundesgartenschauen ist der Treffpunkt Baden-Württemberg bekannt. Auf der BUGA 23 wird er in der markanten U-Halle verortet sein. Darüber hinaus plant die BUGA mit mehreren Ministerien Ausstellungsbeiträge auf dem Experimentierfeld nördlich der U-Halle.

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Mannheim nun offiziell die nächste BUGA Stadt

Seit dem 10. Oktober ist es offiziell und jetzt auch in Mannheim weithin sichtbar: Wir sind BUGA! Im Rahmen der Abschluss-Veranstaltung der BUGA Erfurt am Sonntag, 10.10.2021, wurde der Staffelstab symbolisch an Mannheim übergeben.

Um den Wasserturm am Friedrichsplatz zieren seit Dienstag, 12.10.2021 BUGA-Banner die Bauzäune. Am Rathaus wurden heute Vormittag die amtlichen BUGA-Fahnen der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft (DBG) zwischen zwei pinkfarbenen BUGA 23-Disteln entrollt.

„Mannheim ist jetzt ganz offiziell BUGA-Stadt 2023. Unsere BUGA 23 wird nicht „nur“ eine Ausstellung für Gartenbau sein, sondern das Kernstück eines ökologischen Stadtentwicklungsprozesses, der Mannheim nachhaltig verändern wird. Die BUGA 23 wird ein Experimentierfeld sein für die Themen Klima, Umwelt, Energie und Nahrungssicherung und damit ein nachhaltiges Generationen-Projekt, das sich mit der Frage beschäftigen wird, wie wir in Zukunft leben wollen“, erklärt Dr. Peter Kurz, Oberbürgermeister der Stadt Mannheim und Aufsichtsratsvorsitzender der BUGA 23 gGmbH.

Groß ist die Freude auch bei Michael Schnellbach, Geschäftsführer der BUGA 23 Mannheim: „Die symbolische Staffelübergabe war DER Meilenstein 2021 für uns. Jetzt sind wir ganz offiziell die amtierende BUGA-Stadt. Dieser symbolträchtige Akt wird eine enorme Kraft entwickeln – ins Innere des BUGA 23-Projekts und auch nach außen, weit über die Grenzen von Stadt und Region hinaus.“

Die Bundesgartenschau wird an 178 Tagen vom 14.04. bis 08.10.2023 in Mannheim stattfinden und auf Spinelli und Luisenpark über 100 Hektar Fläche bespielen. Die beiden Ausstellungsgelände werden für die Dauer der BUGA 23 mit einer Seilbahn über den Neckar hinweg verbunden sein.

Erste Stauden im Luisenpark gepflanzt

Im September haben die ersten Pflanzungen der BUGA 2023 begonnen: Im Herzen des Luisenparks (BUGA 1975 und wieder BUGA 2023) entstehen zehn Staudenbeete. Jedes Beet, das ca. 90 Quadratmeter groß ist, wird von einem anderen Gärtner bestückt und gestaltet. Alle Gärtner treten im nationalen Staudenwettbewerb im Rahmen der Bundesgartenschau gegeneinander an.

Sie heißen „Gelber Scheinsonnenhut“ und „Brünierter Fingerhut“, „Weiße Küchen-schelle“ und „Prärie-Mannstreu“, „Silber-Edelraute“ und „Netzstern-Mädchenauge“ und werden sich zukünftig 90 Quadratmeter in trauter Einigkeit teilen. Angeordnet werden sie mit 24 weiteren Staudenarten von Till Hofmann und Fine Molz von der Firma „Die Staudengärtnerei“.

„Klima und Umwelt sind zwei unserer Leitthemen der BUGA 2023. Entsprechend spiegeln sie sich auch in allen unseren Pflanzkonzepten wider“, sagt Lydia Frotscher, DBG-Ausstellungsbevollmächtigte für die Gärtnerischen Ausstellungen dem Gelände. „Gerade Stauden sind bestens geeignet, dem Klimawandel und den daraus resultierenden heißeren, trockeneren Sommern zu begegnen. Daher freue ich mich besonders, dass die ersten Pflanzungen für einen Wettbewerb der BUGA die Stauden sind – und noch dazu hier an prominenter Stelle im Luisenpark stattfinden.“

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Vom Klimapavillon zur  Mikrolandwirtschaft der Zukunft - Michael Schnellbach im Interview

Die BUGA Mannheim 2023 ist ein Inkubator, ein Versuchlabor für das Grün von Morgen, das mit wandelndem Klima, einer rasant veränderten Gesellschaft und dem strikten Bewahren von Ressourcen beschäftigt sein wird. Wir trafen den Geschäftsführer Michael Schnellbach auf dem Gelände, auf dem einst Panzer fuhren und nun grüne Zukunft gedacht wird.

Mit 62 Hektar auf Spinelli, der aufgelassenen amerikanischen Militärbrache und 42 Hektar Luisenpark in Mannheims City haben Sie die zweitgrößte Gesamtfläche zu bespielen, die ja mit einer BUGA entwickelt wurde. Wie schleusen Sie die Besucher?

Wir sind gerade dabei das Verkehrsmanagementkonzept für die BUGA23 mit dem Ingenieurbüro SHP Ingenieure und den zuständigen Akteuren der aus Verwaltung, Polizei  und Nahverkehr zu erarbeiten. Die Experten prüfen derzeit, wie unsere Ideen und die prognostizierten Zahlen zum Besucheraufkommen umsetzbar sein könnten. Das Konzept wird bis Jahresende vorliegen.

Natürlich planen wir auch entsprechende Parkplatzkapazitäten für Reisebusse und Individualverkehr, den wir jedoch so gering wie möglich halten möchten. Parkplätze bieten wir direkt an der Autobahn rund um den Flughafen Mannheim an, wo rund 10.000 Parkplätze vorhanden sind. Von dort werden die Besucher*innen mit E-Bussen zum Spinelli-Gelänge geshuttelt. Eine Seilbahn verbindet das Gelände mit dem Luisenpark. . . . .

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