Die BUGA Heilbronn – eine perfekte Bühne für Kunst im grünen Freiraum

Kunst hat auf Bundes- und internationalen Gartenschauen in Deutschland einen großen Stellenwert. Schon die auf der IGA Berlin 2017 kuratierte Ausstellung mit internationalen Künstlerinnen und Künstlern stellte Skulpturen, Installationen und Klangarbeiten sowie partizipatorische künstlerische Prozesse im Park vor. Die BUGA Heilbronn 2019 hat ein ganz eigenes und sehr spannungsreiches Kunstkonzept entwickelt, zu dem wir Oliver Toellner, Leitung Planung und Ausstellungskonzeption bei der BUGA Heilbronn 2019 auf dem Gelände befragen konnten.  

-Wann haben Sie das Konzept zur Kunst auf der BUGA Heilbronn gestartet und wer oder was gab den Anstoß dazu?

Wir haben gemeinsam mit den städtischen Museen im Jahr 2017 erste Konzeptideen zur Kunst auf der BUGA und in der Stadt entwickelt, um das Thema in einer besonderen Qualität zu spielen. Zum einen ist Heilbronn als Skulpturenstadt bekannt. Zum anderen sind Kunst und Kultur seit Beginn der Bundesgartenschauen ein prägendes Element einer Gartenausstellung. Als kulturelles Begleitprogramm zur Bundesgartenschau 1955 initiierte der Kasseler Maler und Akademieprofessor Arnold Bode eine Retrospektive von Werken der klassischen Moderne, die während des Nationalsozialismus als entartete Kunst galten. Der unerwartete Ausstellungserfolg war bekanntlich der Impulsgeber für die Wiederholung der documenta, der heute weltgrößten Ausstellung zeitgenössischer Kunst.

- Welche Rolle haben die Kuratoren bei der Auswahl der Werke und der Kontakte gespielt?

Die Stuttgarter Kulturmanagerin Helga Irion und der Bildhauer Matthias Dämpfle unterstützen uns als Kuratoren bei der Erarbeitung des Kunstkonzeptes, das unter dem Motto "Transformation einer Stadtlandschaft" steht. Hierbei galt es eine adäquate Verknüpfung mit dem Konzept der Garten- und Stadtausstellung zu finden. Die Kuratoren haben sich intensiv mit den Inhalten der BUGA auseinandergesetzt und geschaut, welche Künstler und Formensprachen in die Atmosphären und zu den besonderen Orten der Bundesgartenschau Heilbronn passen. Zudem konnten die Kuratoren renommierte Künstler wie Alice Aycock und Erwerdt Hilgeman von den Ideen der BUGA und der vielgestaltigen neuen Stadtlandschaft so begeistern, dass diese gerne ein Kunstwerk für die Kunstausstellung zur Verfügung stellen.   

- Wie werten Sie die Gewichtung zwischen internationalen und nationaler Künstlern, den Leihgaben der Sammlung Würth und den Werken regionaler Künstler?

Die BUGA Heilbronn verstehen wir als Bühne für die Kunstszene Baden-Württembergs. Wir haben Künstler, die entweder in Baden-Württemberg geboren wurden oder kreativ wirken, zu einem Wettbewerb eingeladen, um ortsspezifische Kunstobjekte auf Zeit zu entwickeln. Die regionale Kunstszene präsentiert ihre Vielfalt in kleinen Ausstellungscontainern.  Als besonderes Highlight der Kunstausstellung finden sich acht Leihgaben aus der Sammlung Würth an ausgewählten Orten. So werden Horst Antes, Heinrich Brummack, Anthony Caro, Eduardo Chillida, Jaume Plensa und Niki de Saint Phalle Akzente setzen. Zudem werden zeitgenössische Ströme, wie der Hyperrealismus, aufgegriffen. So haben die Werke von Carole Feuerman die Besucher der Biennale von Venedig und uns in den Bann gezogen.   

- Kann der BUGA Besucher selbst einen Bezug zwischen Garten/Park/Natur und Kunst finden, oder gibt es Führungen, ist die Aufstellung in einer Art Parcours zu erfahren?

Die Kunstausstellung soll einen kontrastierenden Gegenpol zu den gärtnerischen, architektonischen und städtebaulichen Ausstellungsinhalten schaffen. Die vielfältigen Werke von nationalen und internationalen Künstlern sollen mit den Atmosphären der Bundesgartenschau in den Dialog treten, mit den Sehgewohnheiten der Besucher spielen, zum Reflektieren und Hinterfragen anregen. Der Besucher kann die Kunst in der Parklandschaft selbst entdecken. Ein Kunstparcours zum Abschlendern soll die Kunstausstellung somit nicht sein. Für den Kunstinteressierten sind spezielle Führungen zur Kunst auf der BUGA angedacht.  

- Kann man während der BUGA mit den Künstlern in Kontakt kommen?

Die Besucher können insbesondere mit Künstlern der regionalen Kunstszene ins Gespräch kommen. Der Künstlerbund Heilbronn, der Zigarre Kunst- und KulturWerkHaus e.V. und die Produzentengalerie B27 präsentieren ContainerArt. Verschiedene Künstler zeigen ihre Werke in Wechselausstellungen in Seecontainern und sind zu bestimmten Zeiten vor Ort präsent.

- Was bleibt nach der BUGA von der Kunst?

Die Leihgaben und temporären Installationen werden nach Abschluss der BUGA abgebaut. Wir setzen auf das temporäre Kunsterlebnis, das als eine schöne Erinnerung beim Publikum nachklingt. Noch heute sprechen viele Heilbronnerinnen und Heilbronner vom Skulpturenpfad anlässlich der Landesgartenschau 1985 zwischen Innenstadt und Wertwiesenpark.   

Aktuelle Nachrichten

zur BUGA Heilbronn 2019 finden Sie >>HIER.

Fakten

Fakten
Organisation

BUGA Heilbronn 2019 GmbH

Gründung

02.02.2010

Sitz

Edisonstraße 25, 74076 Heilbronn am Neckar

Aufgabe

Revitalisierung einer innerstädtischen Brachfläche durch Entwicklung eines neuen Stadtquartiers und Schaffung neuer urbaner Parklandschaften mit Spiel- und Sportbereichen, Ausgestaltung der Neckarufer als Naherholungslandschaft und Naturerfahrungsraum

Gelände

ehemaliges Bahngelände auf dem Fruchtschuppenareal (zukünftig Stadtquartier Neckarbogen)

Fläche

ca. 40 Hektar

Dauer der Gartenschau

17. April  -  06. Oktober 2019
(173 Tage)

Webseite

>> www.buga2019.de

Die offizielle BUGA-Fahne

Die Infobox – Bürgerbeteiligung als zentrales Anliegen

Im Inneren vermittelt eine Ausstellung auf zwei Etagen allgemeine Informationen über Bundesgartenschauen sowie den aktuellen Planungsstand zur Bundesgartenschau Heilbronn und zum Stadtquartier Neckarbogen mit den umgebenden neuen Park- und Wasserlandschaften.
Vom Dach bietet sich in neun Metern Höhe ein großartiger Rundblick über das künftige Gelände. Die Infobox ist über die Kranenstraße und den Lauerweg erreichbar; besichtigt werden kann sie im Rahmen von Führungen über das Gelände. Die Termine werden jeweils in den örtlichen Medien bekannt gegeben. Darüberhinaus reist eine kleine mobile Infobox durch Heilbronn und die Region, um Ansichten und Einsichten in die vorgesehene Stadtentwicklung zu geben und Lust auf die BUGA im Jahr 2019 zu machen.