Fachtagung „Zertifizierung von Gartenschauen und urbanen Freianlagen“ – Berlin macht Schule

DBG-News - 05/18

Den Startschuss zum Verfahrensprozess gab 2015 der IGA-Workshop zur „Zertifizierung von Gartenschauen“, den die  Deutsche Bundesgartenschau-Gesellschaft mbH mit der IGA Berlin GmbH angestoßen hatte. Im Sommer 2016 wurde mit der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e.V. (FLL) zusätzlich ein Arbeitskreis für das Projekt „Kriterien für nachhaltige Gartenschauen“ gegründet. Markus Gnüchtel, Landschaftsarchitekt und Fachsprecher des bdla e.v erarbeitete daraufhin einen  Kriterienkatalog für nachhaltige BUGAs und IGAs.

Jetzt stellten die Verantwortlichen erste Ergebnisse vor, die Professor Dr. Thieme-Hack, Universität Osnabrück/Mitglied im Präsidium der FLL in Berlin moderierte. Christoph Schmidt, Geschäftsführer der IGA Berlin 2017/Grün Berlin GmbH und Jochen Sandner, Geschäftsführer der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft mbH (DBG) sowie Markus Gnüchtel erörterten den Zertifizierungsprozess. Rainer Nagel, Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung Baukultur unterstrich in seinem einleitenden Vortrag die Bedeutung von qualifiziertem Grün in Bezug auf die urbane Stadtentwicklung.

In seinem Grußwort dankte Stefan Tidow, Staatssekretär der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz Berlin, der Grün Berlin GmbH und der IGA für die schnelle und gute Umsetzung der Planung des Projektes: Einer Evaluierung als Auftakt für die Zertifizierung, aus der nun aufbauend ein qualitativ hochwertiges Prüfverfahren entwickelt werden kann. Schon jetzt zeige sich, die IGA ist ein Gewinn. „Das ist aber nur ein Bauchgefühl“, sagte Stefan Tidow, „weshalb es wichtig ist, diese Aussage verlässlich zu belegen.“ Die Zertifizierung wird beweisen: Der Gewinn der IGA ist nicht nur eine Bilanz, sondern entsteht durch langfristige Effekte, zum Beispiel einer Steigerung des Parkstandards allgemein.

Zukunftsentscheidend: eine qualitative Grünplanung

„Wir bauen nicht nur Städte“, meinte Rainer Nagel in seinem Vortrag, „sondern wir befinden uns in einer Phase der Umbaukultur, des Verbesserns und Veränderns. Grün hat eine entscheidende Bedeutung für die Qualifizierung der Städte. Die einst autogerechte Stadt wird zu einer menschengerechten Stadt. Es geht zukünftig um überschaubare, gute Räume. Man muss die Potentiale der Innenentwicklung nutzen.“ Hierzu werden Masterpläne und Strukturkonzepte benötigt. Sie dienen der Aufwertung und Kontrolle des Stadtgrüns. Für die Menschen ist das Grün, sind die Nähe zum Grün und dessen Pflege und Unterhaltung wichtig. Nach Meinung von Rainer Nagel taugt die BUGA als Leitbild der Stadtentwicklung. „Die hier vorliegende Zertifizierung bietet  Anhaltspunkte für den Wert von Grün, denn sie erzeugt Aufmerksamkeit, generiert einen Mehrwert und hat eine Bedeutung durch die Herstellung von Querbeziehungen.

Motivation für das Zertifizierungsprojekt

Für die IGA Berlin GmbH bot das Audit und der damit angestoßene Zertifizierungsprozess eine Chance, die Kriterien für einen nachhaltig gestalteten Park als integratives Element einer nachhaltigen Stadtentwicklung zu analysieren. Es wurden Steuerungselemente festgelegt und eine Qualitätssicherung für dessen Zukunft betrieben. Der Prozess fixierte ein Zeit-, Kosten-, Struktur – und Effizienz-Controlling durch Einbindung einer nachhaltigen Strategie und der Einbindung aller Akteure.

Für die DBG war es wichtig, mit der Zertifizierung herauszustellen, das bereits im Vergabeverfahren die Kriterien zur Nachhaltigkeit und Dauernutzung eines Gartenschauparks als wesentliche Bestandteile einer Bewerbung zu berücksichtigen sind. Jochen Sandner erläuterte: “Bisher hat man sich auf Gartenschauen darauf berufen, dass diese durch die  Erhaltung der Flächen nach dem  Gartenschaujahr per se nachhaltig sind. Ein nachhaltig wirkender Entstehungsprozess wurde bisher nicht erfasst. In der Phase 0 des Projektes kam es immer wieder zu unerfreulichen Entwicklungen, die Diskussionen mit Stakeholdern, Nachbarn etc. auslösten. Prozesse  wurden nicht festgehalten, keiner arbeitete an einer Verbesserung der Kommunikationskultur. Mit der Zertifizierung wird der Entstehungsprozess  eines Parks nun strukturell optimiert und gut dokumentiert. Eines ist jetzt schon klar: man befasst sich dadurch stärker mit dem Produkt, es ist eine sinnschärfende Tätigkeit und man bekommt ein positives Feedback für seine Arbeit.“

Blaupause für Folgeprojekte

Die IGA Berlin 2017 bietet ein exzellentes Praxisbeispiel zur Zertifizierung zukünftiger Gartenschauen und nachfolgender Parks. Das Verfahren kann aber auch für andere große Grünprojekte genutzt werden. Die DBG wird das Bewertungsverfahren den zukünftigen BUGAs (2019, 2021 und 2013) anbieten. Sandner: „Wir wollen dies mit ihnen gemeinsam nutzen, Formate und Durchführungen zusammen erarbeiten, unser Angebot ist fakultativ. Die Zertifizierung soll BUGAs bei der Zusammenarbeit mit Partnern, Politikern und Medien helfen. Wir zeigen: Wir sind transparent. Der Grün Berlin GmbH dient das Verfahren bereits als Matrix für Folgeprojekte: als nächstes für den Spreepark. Christoph Schmidt: „Großprojekte der Entwicklung von Freiräumen und Parkanlagen folgen ähnlichen Systematiken und Vorgehensweisen. Hier beschränkt sich die Betrachtung nicht nur auf BUGAs und IGAs . Insofern wollen wir versuchen bei den für uns zukünftig anstehenden Vorhaben, wie bei der Entwicklung des 30 ha großen Spreeparks in Berlin , die Zertifizierungsmatrix anzuwenden.“

Eine unabhängige und unter streng fachlicher Expertise angelegte Zertifizierung verbessert überdies auch die Kommunikation gegenüber der Öffentlichkeit und den Stakeholdern. Die Berücksichtigung einer Nachhaltigkeitsstrategie überzeugte 2017 zum Beispiel auch den BUND, Entscheider auf  Senatsebene und Kommunalpolitiker, die schon im Kick-off Termin einbezogen wurden. Die IGA hat ihr Prüfverfahren fachlich transparent nachgewiesen und ihr Ziel, es einer objektiven, systematischen, wissenschaftlichen und neutralen Beurteilung durch Fachleute zu unterziehen, erreicht.

Nachhaltige Qualitäten

Welche Eigenschaften der mit der IGA Berlin 2017 entstandenen neuen Freiräume sind nachhaltig? Was macht die Qualität der IGA und des nachfolgenden Kienbergparks aus und wäre übertragbar auf andere Parkformate? Markus Gnüchtel erläuterte die Arbeitsprinzipien: Die Sammlung und Rückführung von Feldinformationen, Best-Practise, Expertenwissen und Erfahrungsrichtwerte sowie die Auswertung der Besucherumfragen der DBG während der Veranstaltung. Er konnte bestätigen: Auf dem IGA-Gelände ist eine betrieblich-ökonomische eigenständige Struktur aufgebaut worden, um Lebenszykluskosten zu erfassen und eine Kostenkontrolle auch nach der IGA zu ermöglichen. Kienberg und Wuhletal bieten Stadtnatur mit hoher Biodiversität. Mit der Sicherung der „Gärten der Welt“ als „Point of Excellence“ beweist der Park einen nachhaltig hohen Pflegestandard und zudem  touristische Anziehungskraft. Seine Empfehlung: Die mit der IGA erarbeitete Digitalisierung des Parks würde  über eine Parkwebsite für den Austausch von Anliegern, Nachbarn, Bürgern und Besuchern erweiterte Möglichkeiten der Beteiligung geben. Zu all diesen Punkten heißt es stets: Prüfen, Anpassen, Optimieren, Erweitern.

Professor Dr. Thieme-Hack bringt es zum Schluss noch auf den Punkt: Die Zertifizierung bringt etwas, weil man sich auch über den Lebenszyklus Gedanken macht. Neben der Phase 0 wird auch die Phase 10 einbezogen, was wichtig ist, denn „nichts gedeiht ohne Pflege“. Nur so kann es nachhaltig weitergehen. Eine Frage, die zum Schluss alle interessierte: führt die Zertifizierung zu einer Steigerung der Kosten für künftige BUGAs bzw. generell zu einer Steigerung der Projektkosten? Nein, die Zertifizierung steht im Verhältnis zu den Projektkosten. Schon zu Beginn des Prozesses kann man sehen, ob sich das Projekt lohnen bzw. funktionieren wird. Es wäre aber sicher sinnvoll, in den städtischen Haushalten für die Projektsteuerung und Evaluierung von Gartenschauen ein Budget einzustellen.

Die DBG wird den Ergebnisbericht in einer eigenen Publikation zusammenfassen.

>>Und ewig lockt die Rose: überwältigende Pracht in Blüten, Zweigen, Astwerk bei der 7. Blumenhallenschau auf der BUGA

>>Bürgermeisterin Agnes Christner tauft neu gezüchtete Edelrose auf den Namen „Heilbronner Sonne“

>>IKUGA auf der Bundesgartenschau Heilbronn ist offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt

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>>Literatur auf der BUGA

>>Über 100 Bäume für Buga 2021 eingetroffen

>>Endspurt bei der BUGA.

>>Palmbräu braut BUGA-Bier – Premiere bei der Eröffnung am 17. April 2019

>>Das BUGA-Brot

>>BUGA 2019: Anreize für Anreise mit dem ÖPNV

>>DBG in der Culture Lounge auf der Internationalen Tourismusbörse in Berlin

>>Bionik auf der Bundesgartenschau Heilbronn 2019: weltweit einzigartiger Holzpavillon nach dem Vorbild der Seeigel-Hülle

>>Pilotprojekt: Sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen

>>Justizvollzugsanstalt Heilbronn näht Taschen aus Mesh-Gewebe für BUGA-Mitarbeiter und Freundeskreis

>>„Blooming City: bunt – kreativ – natürlich“ Blumenhallenempfang der Internationalen Grünen Woche

>>Pilotprojekt "Budget für Arbeit"

>>Barrierefrei unterwegs auf der BUGA Heilbronn

>>Bundesgartenschau Heilbronn 2019 erhält Goldenen Rollstuhl für Barrierefreiheit

>>BUGA Heilbronn 2019 auf der Touristikmesse CMT in Stuttgart

>>Durchführungsvertrag für die IGA Metropole Ruhr 2027 unterzeichnet

>>Neues Gartenbuch: 160 Seiten vollgepackt mit Garten-Geschichten

>>Werbeagentur Hettenbach offizieller Partner der BUGA im Bereich Außenwerbung

>>BUGA-Zwerg Karl bald in allen Landkreisgemeinden präsent – In Neckarsulm grüßt er vor dem Deutschen Zweirad- und NSU- Museum

>>Regierungspräsident Reimer pflanzt Klimabaum auf BUGA-Baustelle in Heilbronn – Land setzt neue Maßstäbe

>>BUGA ist Marke des Jahrhunderts 2019

>>BUGA-Zwerg Karl sorgt für Aufsehen auf dem Heilbronner Marktplatz

>>Kunst auf der BUGA: 24 Skulpturen greifen den Wandel des Fruchtschuppenareals auf – Acht Leihgaben der Sammlung Würth

>>Ausstellung „Heilbronn – Eine Stadt entwirft sich neu“ in Berlin eröffnet

>>BUGA pflanzt über eine Million Blumenzwiebeln

>>Große Mehrheit für die BUGA 2029 am Mittelrhein

>>BUGA Heilbronn 2019 belegt Platz 3 beim BRIDGE-Preis der Lebenshilfe Baden-Württemberg

>>Lotto Baden-Württemberg wird Offizieller Partner der BUGA

>>Haus der Familie macht freitagnachmittags Programm auf der BUGA

>>25 000 Menschen beim Baustellenfest der BUGA in Kombination mit dem SWR1 Pfännle

>>BUGA-Aufsichtsrat Mannheim besucht BUGA Heilbronn 2019

>>BUGA Heilbronn 2019 ist Jubiläums-Partner des 100. LWH

>>BUGA-Zwerg Karl wirbt im Erlebnispark Tripsdrill für die BUGA Heilbronn 2019

>>SWR1 Pfännle beim BUGA-Baustellenfest

>>Rekord-Beteiligung bei BUGA-Führungen: 25 000 Besucher seit 2014

>>Fontänen, Feuer, Farbe - BUGA inszeniert spektakuläre Wassershows

>>Zuschlag für die BUGA 2025 geht an Rostock

>>Letzte öffentliche BUGA-Baustellenführung am Freitag, 14. September

>>Grundstein für Leuchtturmprojekt der BUGA Erfurt 2021 gelegt

>>Umweltminister Franz Untersteller besucht BUGA-Baustelle

>>AOK Heilbronn-Franken wird Offizieller Partner der BUGA

>>Einladung Endspurt-PG mit Preview eines BUGA-Highlights - PG am 14.09.2018

>>Dreimal BUGA im Südharz Kyffhäuser

>>Keller übergibt Förderbescheide über 8 Mio. Euro für BUGA in Erfurt

>>BUGA-Zwerg Karl wirbt im Blühenden Barock für die Bundesgartenschau Heilbronn 2019

>>Rostock bewirbt sich um Bundesgartenschau 2025 – Nachhaltige Stadtentwicklung an der Warnow

>>ZEAG und BUGA beleuchten die Stadt von morgen

>>Blick hinter die Kulissen beim Fassadenfest der BUGA

>>BUGA-Schiffe am Wochenende beim Hafenfest in Stuttgart – Rundfahrten mit Hafenschlepper und ehemaliger Fähre

>>Veranstaltungsprogramm so vielfältig wie die BUGA selbst

>>Ein neuer Ausstellungsbevollmächtigter für die DBG

>>Ministerinnen Heinen-Esser und Scharrenbach: Kabinett gibt grundsätzlich grünes Licht für eine „IGA Metropole Ruhr 2027“

>>BUGA-Freundeskreis plant „Garten der Heilbronner“ auf der BUGA – Erinnerungsstücke und Geschichten gesucht

>>Ausstellerinformationstag zur BUGA Heilbronn 2019 mit über 200 Teilnehmern

>>BUGA-Zwerg Karl wirbt für die Bundesgartenschau Heilbronn 2019

>>Gemeinsam für Heilbronn

>>Freunde der Landesgartenschau Öhringen zu Gast bei der BUGA

>>Der 22. DGGL-Förderwettbewerb Ulrich Wolf 2018/19 ist entschieden!

>>Inklusion und Barrierefreiheit werden auf der BUGA großgeschrieben

>>Neckaruferpark macht den Neckar wieder zugänglich – BUGA integriert alte Steine der Winterhafenmauer

>>Gewinnerbeitrag des Wettbewerbs „Der Garten der Europa Minigärtner“ wird auf der BUGA realisiert

>>BUGA Heilbronn 2019 wird Testfeld für autonomes Fahren

>>Anmeldefrist verlängert: Erleben Sie einen spannenden Ausstellerinformationstag auf der BUGA Heilbronn am 23. Juni 2018

>>BUGA-Bürgersprechstunde am 31. Mai 2018

>>BUGA-Delegation bereiste das Mittelrheintal - offizielle Bewerbung erhält den Zuschlag

>>Fachtagung „Zertifizierung von Gartenschauen und urbanen Freianlagen“ – Berlin macht Schule

>>Kakteenumzug im egapark Erfurt

>>Danakil voll im Plan

>>NEU: Die BUGA-Bürgersprechstunde

>>Buga 2031: Bewerbung für die Gartenschau beschlossen - die Kommunen sind einig

>>Riesenblumen im BUGA-Einsatz!

>>Offizieller Start Dauerkarten-Vorverkauf Kiliansplatz1

>>Ministerpräsident Winfried Kretschmann bekommt Dauerkarte Nummer 01

>>Die Eintrittspreise der BUGA im Überblick

>>Noch ein Jahr bis zur BUGA: 100 Gründe, die BUGA zu besuchen

>>Teusser, Palmbräu und Gunkel sind Lieferpartner der BUGA

>>Inselspitze öffnet nach Winterpause wieder am 17. April – Künftig gibt es jeden Monat ein BUGA-Café

>>Die BUGA hat jetzt einen eigenen Song: „Blühendes Leben.“

>>Der 22. DGGL-Förderwettbewerb Ulrich Wolf 2018/19 ist entschieden!

>>Deutscher Gartenbuchpreis und European Garden Book Award würdigen herausragende Gartenbücher

>>ITB - Minister Wolf am Stand der BUGA Heilbronn

>>Zur BUGA Heilbronn 2019 schafft der VGL ein Podium für „Kompetenz in Grün“

>>Erster Spatenstich für das Danakil in Erfurt

>>BUGA auf bayerisch: Zu Gast auf der Reise- und Freizeitmesse f.r.e.e.