BUGA Mannheim 2023: Bart-Iris im aufgebrochenen Beton
Landschaftsarchitektin Bettina Jaugstetter entwickelt zukunftsweisendes Pflanzkonzept
Staudenbeete mitten im Weg: Auf Spinelli, einem ehemaligen Militärgelände, bleiben einige der vorhandenen Straßen bestehen. Sie wurden in der Mitte aufgebrochen, um dort Pflanzungen zu ermöglichen. Sie sollen auch nach der Bundesgartenschau bleiben. Die Weinheimer Landschaftsarchitektin Bettina Jaugstetter hat hierfür ein Konzept entwickelt.
Pflanzen, die auf Spinelli gedeihen, müssen einiges aushalten können. Dazu hat Bettina Jaugstetter stressresistente und trockenheitsverträgliche Stauden ausgewählt. Dazu zählen beispielsweise Wermutarten, Schafgarbe und verschieden Wolfsmilcharten. Je grauer das Blatt, desto unempfindlicher sind die Pflanzen. Zum Pflanzkonzept gehört aber auch, dass Wildbienen und andere Insekten in den Staudenbeeten reichlich Nahrung vorfinden. Hierfür ist unter anderem die Königskerze geeignet, ein gelbblühender Korbblütler.
Insgesamt werden 435 Meter Wege mit rund 3750 Stauden verschönt. Drei Farbkonzepte gibt es – je nach Weg in rosa, blau und gelb. Bettina Jaugstetter ist als Landschaftsarchitektin Fachfrau für Stadtraumbegrünung und hat ein Pflanzkonzept entwickelt, dass nicht nur stressresistent ist, sondern auch das Auge erfreut. Wichtig für ihre Planung sind die gerüstbildenden Pflanzen. Die Königskerzen bilden das vertikale Element im gelben Band und werden ergänzt durch Schafgarbe, Bart-Iris, Katzenminze und Astern. Bodendecker füllen die Beete auf und halten die Feuchtigkeit im Boden. Im Herbst werden Blumenzwiebeln gesteckt. Bettina Jaugstetter setzt hier auf ein Sortiment aus Wildtulpen.
Jaugstetters standortgerechtes Pflanzkonzept auf Spinelli erfüllt mehrere Anforderungen: Es ist an das zunehmend wärmere und trockenere Klima angepasst, Insekten finden Nahrung, es hat hohen ästhetischen Wert und wird ohne hohen Pflegeaufwand auch nach der BUGA Mannheim 2023 den künftigen Klimapark verschönern.