Ob es sich um die Umwandlung des ehemaligen Ronneburger Tagebaugeländes in eine Parklandschaft, den Naturlehrpfad in Potsdam oder die Vorstellung des Rügener Biosphärenreservats auf der Bundesgartenschau Schwerin handelt: Bewusst lenkt die BUGA den Blick auf den Naturschutz. In Zeiten der klimatischen Erwärmung der Städte wirken BUGA/IGA - Parks als Kältespeicher und Klimaschneisen, sie senken die Feinstaub-Belastung und die CO² Bilanz, und manche Fläche erfährt mit uns eine neue ökologische Bedeutung für die umliegenden Stadtquartiere.
Als Beispiel, wie die Gartenschauen der Zukunft den Naturschutz integrieren, kann die igs in Hamburg 2013 gelten. Hier in Wilhelmsburg entstehen artenreiche Lebensräume für die heimische Flora und Fauna. Um sie in ihrer Entfaltung zu unterstützen, pflanzten die Gärtner der igs im nördlichen Gartenschaugelände schon 2010 insgesamt achtzig Wildblumenarten an. Sie stellen besonders hohe Ansprüche an ihren Standort und haben eine lange Entwicklungszeit - 18 norddeutsche Gärtnereien haben die 15.000 Wildblumen und standortgerechten heimischen Uferstauden vorgezogen.
Mit der Natur im Einklang
Blumenbeete sind hier in Zukunft mit einjährigen Frühjahrs- und Sommerblühern von Wildblumenwiesen umschlossen. Erstmals werden auf einer Gartenschau Pracht- und Wildstauden so nah nebeneinander eingesetzt: der Sonnenhut neben den Hahnenfuß, der Rittersporn neben die Sumpfdotterblume. "Damit wird die Gartenschau zur Naturgartenschau", erklärt Heiner Baumgarten, Geschäftsführer der igs 2013. "Der Naturschutz wird selbstverständlicher Teil unserer Ausstellung, der sich unter anderem mit Wildblumenwiesen, Teichen, Tümpeln und Uferpflanzen präsentiert, in denen sich Kleinstlebewesen ansiedeln und verstecken können." "Sumpfiris", "Buschwindröschen" oder "Blutweiderich" rufen Kindheitsbilder wach von kniehohen Blumenwiesen, Käfern und Libellen. Der natürliche Biotop zeichnet ein weiches Landschaftsbild. Bei der Geländebegehung im September diesen Jahres ließ der Gegensatz von wilden und kultivierten Ausstellungsflächen einen ganz besonderen ästhetischen Reiz für den Besucher ahnen.
Der Biotop braucht Zeit und Ruhe
Den Staudenpflanzungen waren umfangreiche Arbeiten am Standort vorausgegangen. Drei Tümpel und Teiche wurden entschlammt, fünf neue geschaffen, und teilweise miteinander verbunden. Damit sich die Biotope weiterhin ungestört entfalten können, werden die Besucher bis zur Eröffnung keinen Zugang zum Wasser haben. Die störungsempfindlichsten Gewässer bleiben unangetastet, andere werden in ihrer Entfaltung unterstützt, indem sie abgeflacht oder Röhrichtbestände angepflanzt werden. Eine behutsame Wegeführung schont die wertvollen Uferzonen. Stege und Brücken lassen zu, dass Flora und Fauna trotzdem beobachtet werden können, ohne sie zu stören. Hier wird eine vernünftige Balance zwischen dem Schutz und der Gestaltung der Natur, zwischen den Erlebniswünschen der Menschen und den Ruhebedürfnissen von Pflanzen und Tieren möglich sein.
